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Zweiter Weltkrieg Junge Französin sucht Besitzerfamilie von 150 Jahre altem Klavier – bisher ohne Erfolg

Eine Frau spielt auf einem Klavier, vor ihr steht ein aufgeschlagenes Notenheft
Das Klavier musste während des Zweiten Weltkrieges bei der Familie der Französin zurückgelassen werden.
© Sebastian Gollnow / DPA
Viele Juden, die während des Zweiten Weltkrieges aus Frankreich geflohen sind, mussten in der Eile ihr Hab und Gut zurücklassen. Eine junge Französin will nun dafür sorgen, das ein Klavier zurück in die Hände der rechtmäßigen Erben kommt.

Wie Mylène Bernhardt nach eigenen Worten von ihren Großeltern erfuhr, soll eine jüdische Familie das Klavier im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht zurückgelassen haben – nun will sie es an die Nachfahren zurückzugeben. Über die sozialen Medien startete sie eine Suche nach Angehörigen der Familie Pinguet – bislang ohne Ergebnis, wie sie auf Facebook mitteilte. 

Bernhardt zufolge soll die jüdische Familie auf der Flucht vor Verfolgung Paris verlassen und das Klavier in einem Bahnwaggon mitgenommen haben. Unterschlupf fand sie demnach für zwei Jahre im Loire-Örtchen Brives-Charensac bei Bernhardts Urgroßeltern, die nahe am Bahnhof wohnten. Als die Flucht 1944 weiterging, sei das Klavier zurückgeblieben. Nach Kriegsende erhielten die Urgroßeltern noch einen Brief der Familie Pinguet – sie hatten überlebt und waren wohlauf. Da der Brief aber nicht bewahrt geblieben ist, fehlen der jungen Französin nun vollständige Namen und andere Anhaltspunkte, um ihre Suche näher einzugrenzen. 

Suche bisher leider erfolglos

Das inzwischen rund 150 Jahre alte Klavier, es muss zwischen 1860 und 1883 beim Klavierbauer Jules Rinaldi in Paris entstanden sein, wurde bereits detailliert unter die Lupe genommen, um möglicherweise über eine Seriennummer den exakten Namen der damaligen Käufer zu ermitteln – leider ohne Ergebnis.

Mylène Bernhardt, die ihr Haus gerade ausräumt, erklärte, sie wolle das geschichtsträchtige Klavier nicht einfach in die Hände von irgendjemanden geben, sondern an Nachfahren der ursprünglichen Eigentümer oder an ein Museum. Namhafte Vereine und jüdische Organisationen unterstützten sie inzwischen. Dabei hat das Klavier nicht nur den Krieg, sondern 1980 auch ein verheerendes Hochwasser überstanden: Im letzten Moment sei es vor den Fluten der Loire gerettet worden, sagte Bernhardt.

nib DPA

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