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Limp-Bizkit: Rüpel-Rocker zum Anfassen

Beim Tourneeauftakt der Nu-Rock-Band in der ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle stellte sich Rüpel-Rocker Fred Durst ganz in den Dienst am Fan und sorgte für wahre Begeisterungsstürme.

Limp-Bizkit-Sänger Fred Durst benutzt schlimme Wörter, macht im Familienfernsehsendungen obszöne Gesten und rülpst beim Soundcheck. Aber beim Tourneeauftakt der Nu-Rock-Band am Freitagabend in der ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle stellte sich der Rüpel-Rocker ganz in den Dienst am Fan und sorgte für wahre Begeisterungsstürme.

Die US-Formation Limp Bizkit gilt als Pionier des Nu Rock, jener Mischung aus HipHop und Heavy Metal, die Ende der 90er Jahre ihren großen Aufschwung nahm. Im Mittelpunkt der Show in Frankfurt standen Songs des aktuellen fünften Albums "Results May Vary" und des Vorgängers "Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water".

Bereits nach zehn Minuten suchte Durst mit einem Sprung ins Publikum die Nähe zu den Fans - ohne Rücksicht auf Verluste, zeitweise verlor er im Getümmel sogar die Baseball-Kappe - sein Markenzeichen. Zwei Mal holte er Fans auf die Bühne, die er zur Begrüßung umarmte und die dann mit ihm für einen Song vor dem Publikum rocken durften.

Das Quintett aus Florida überzeugte mit präzisem, kraftvollem Spiel. Durst rappte, sang, schrie, stampfte, sprang und zuckte spasmisch über die Bühne. Nach 45 Minuten wurde die Kappe gedreht und es ging in die zweite Halbzeit.

Gegen Ende verließen Durst jedoch leider etwas die Kräfte: Mit nacktem Oberkörper und kurz darauf sogar mit entblößtem Kopf präsentierte er auf der blau ausgeleuchteten Bühne ""Behind Blue Eyes" - die derzeit so erfolgreiche Neuauflage des The-Who-Klassikers. Dass er dabei nicht mehr jeden Ton so genau traf, hat die wabernde Menge kaum gestört. Die Show endete nach gut eineinhalb Stunden mit dem Kracher "Rollin’".

In den vergangenen Jahren wurde die Musik von Limp Bizkit oft kopiert und bisweilen klingen die Nachfolger inzwischen sogar inspirierter als das Original heute. Der Unterschied - das hat der Auftritt in Frankfurt deutlich gezeigt - ist Fred Durst. Mit einem so charismatischen Frontmann kann man auch überzeugen, wenn die Musik schon lange nicht mehr der letzte Schrei ist.

Stephan Köhnlein/AP