OPER Doch kein »Hojotoho!« in Jerusalem?


Der Dirigent Daniel Barenboim will nicht um jeden Preis an einer Aufführung von Richard Wagners »Walküre« beim Israel Festival festhalten.

Der Dirigent Daniel Barenboim hat klargestellt, dass er keineswegs vorhabe, »missionarisch« für die konzertante Aufführung der Richard-Wagner-Oper »Die Walküre« am 7. Juli beim Israel Festival in Jerusalem zu kämpfen. Anders lautende Berichte seien aus dem Kontext gerissen und »missverständlich interpretiert« worden, betonte der künstlerische Leiter der Berliner Staatsoper am Montag in einer in Berlin veröffentlichten Presseerklärung.

Suche nach Lösungen

»Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass es logistisch problematisch ist, das Konzertprogramm mit denselben Solisten zu ändern«, sagte Barenboim. »Wir befinden uns zurzeit in Diskussionen mit der Leitung des Festivals über die verschiedenen Optionen, die wir haben, und sobald die Diskussionen zu einem Ergebnis gekommen sind, wird die Öffentlichkeit davon in Kenntnis gesetzt.«

In der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins »Focus« wird Barenboim mit den Worten zitiert: »Ich habe denen erklärt, was für logistische Probleme das aufwirft.« Mit dem Tenor Placido Domingo habe er die »Walküre« mehrfach aufgeführt. »Der kommt zur Probe, und es kann losgehen. Jetzt aber schnell ein anderes Stück finden, erscheint mir schwer möglich.« Die Ankündigung der Wagner-Aufführung hatte in Israel heftige Proteste ausgelöst, da Wagner wegen seiner antisemitischen Äußerungen in Israel kaum gespielt wird.


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