HOME

Paul Weller wird 50: Der Godfather des Britpop

Er gilt als der ewige Mod und hat sich doch immer wieder neu erfunden: Paul Weller, der mit The Jam als Punk begann und als Kaffeehaus-Popper weitermachte. Britpop-Bands verehren ihn als Stilikone. Pünktlich zu seinem fünfzigsten Geburtstag überrascht er die Fans nun mit einer bunten Wundertüte namens "22 Dreams".

Von Thomas Soltau

Wenn auf den Gründer legendärer Bands wie The Jam oder Style Council eine Zeile aus dem Universum seiner Songs zutrifft, dann "I'm a Changin Man". Denn Weller wäre ohne den Hang nach Veränderung in seiner über 30-jährigen Karriere wohl längst dort gelandet, wo sich Kollege Bob Geldorf schon lange wohl fühlt: In den Polit-Talkshows, weil der musikalische Output eben nur für ein einziges relevantes Album gereicht hat. Paul Weller hingegen hat sich stets neu definiert - ein Geheimnis seines Erfolgs. "Klar hätte ich so weitermachen können wie die Rolling Stones. Immer auf Tour, und das einzige, worum du dich kümmern musst, ist das Arschabwischen. Das wäre mir aber zu langweilig."

Schon im zarten Alter von drei Jahren wusste Paul, das er auf der Bühne stehen will. Auslöser war der Besuch eines Films von Elvis Presley. Elektrisiert posierte der Jüngling wochenlang mit der Plastik-Gitarre vor dem Spiegel. Später interessierte er sich aber zunächst mal für die Punk- und Modszene. Mit The Jam stürmte der Sohn eines Taxifahrers zwischen 1976 und 1982 die Charts, mit Titeln wie "A Town Called Malice" - ehe er plötzlich zum Popper samt feschem Seitenscheitel und Goldkettchen mutierte: The Style Council war geboren.

Vom Punk zum Kaffeehaus-Dandy

Die neue Band Wellers stand ab 1983 für unaufgeregten Kaffeehaus-Pop, bunte Pullunder und zum Teil homoerotische Videos. Viele damalige Fans waren anfangs nicht nur über die Musik entsetzt, sondern auch darüber, dass sich Weller mit seinem Bandkollegen Mick Talbot halbnackt und eingeölt auf einem Boot neckte.

Dem Sender BBC, der bis dato alle Videos von Weller gespielt hatte, waren diese Szenen zu gewagt - sie verbannten den Song "Long Hot Summer" kurzerhand aus dem Programm. Weller nahm die Aufregung mit einem gewohnt lakonischen "I don't give a fuck" zur Kenntnis. Auf die Aufforderung seiner Plattenfirma, doch bitte ein entschärftes Video zu drehen, schickte der Querulant postwendend ein neues, noch pornografischeres Video an seine Chefs.

Richtungsänderungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des Mannes aus Surrey. Mal nahm er ein Album im Stil des amerikanischen R&B auf, dann wiederum inspirierte ihn der Komponist Debussy, kurz darauf Acid House. Die einzige Konstante ist seine ungebrochene Liebe zur Mode und Kunst, vornehmlich aus den Sixties. Das brachte ihm auch den Ruf des "Godfathers of Mod" ein. Früher vielleicht zu Recht, denn zu Zeiten von The Jam waren Sta-Prest-Hose, Loafers oder Hemden der Marken Fred Perry oder Ben Sherman quasi das Bühnenoutfit.

Britpop-Bands verehren ihn als Stilikone

Heute schlägt sich Wellers Liebe zu den sechziger Jahren immer noch in seinem Stil nieder, ohne dass er dabei wie ein Abziehbild von Austin Powers wirken würde. Was bei anderen 50-Jährigen vielleicht nach gezwungener Jugendlichkeit aussieht, wirkt bei Paul Weller immer noch cool. Nicht umsonst bewundern ihn junge Britpop-Bands wie Oasis oder Blur als Stilikone. "Ich liebe Details, deshalb mag ich diese ganze Attitüde der Mods", erklärt der Musiker. "Wenn ich einen guten Möbelladen betrete, fühle ich mich wie in einer Kunst-Galerie. Der Schnitt, die Formen - das ist es, was mich begeistert."

Mittlerweile entwirft Weller sowohl für Ben Sherman wie auch für Fred Perry Shirts, die sich Hipster gerne überstreifen. Auch hier kopiert der fünffache Vater nicht einfach. Alte Modelle werden modifiziert und mit heutigen Einflüssen kombiniert. Das gilt im übertragbaren Sinn auch für seine Musik. Hat er mit The Jam anfangs noch Vorbilder wie die Kinks gecovert, steigerte und verfeinerte sich sein Songwriting mit zunehmendem Alter.

Das gilt auch für seine offene Abneigung gegen Musiker, die er nicht leiden kann. Und das sind einige. Als der "Daily Mirror" bei den Brit Awards 2006 kolportiert, Weller würde ein Duett mit Schmusepopper James Blunt singen, kommentiert er umgehend: "Lieber fresse ich meine eigene Scheiße, als mit dem Typen auf der Bühne zu stehen." Als er ein Photo von Sting in der Royal Albert Hall sieht, bleibt er kurz stehen und spuckt es verächtlich an. Typisch für einen Musiker, der von Emotionen und Leidenschaft angetrieben wird - und Kollegen hasst, die nur noch den Soundtrack für das Weinseminar in der Toskana liefern.

Er ist politisch, aber Politik ist für ihn Mist

Auch zum Thema Politik hat Paul Weller eine dezidierte Meinung: "Die Politiker sehen alle gleich aus und reden den gleichen Mist - egal ob sie nun links oder rechts stehen. Ich interessiere mich nicht mehr für Politik", sagte er einem britischen Journalisten vor kurzem. Als Margaret Thatcher Mitte der 80er in Großbritannien noch das Ruder in der Hand hielt, galt die volle Unterstützung des Popstars der Labour-Party. Zusammen mit Billy Bragg und Madness tourte er durchs Land, um Stimmen zu sammeln. Altersmilde ist er heute trotzdem noch nicht. Als David Cameron, seines Zeichens Chef der britischen Torries, neulich sagte, er liebe Wellers Song "Eton Rifles", kochte der Musiker vor Wut.

Den Drang, alles auszuprobieren und sich nicht in einer Endlosschleife selbst zu wiederholen spürt man auch in seinem neuesten Album "22 Dreams" von der ersten bis zur letzten Sekunde. Die Musik verlangt alten Fans wieder einiges ab. Ein Chart-Erfolg wie beim Vorgänger "As is Now" dürfte nahezu ausgeschlossen sein. Zu wirr erscheint das 70minütige Kaleidoskop bei der ersten Hörprobe. Da prallen Folk, Krautrock, Soul, Jazz, Klassik, Elektro und Spoken Word aufeinander.

Rechtzeitig zum Geburtstag ein neues Album

Paul Weller dürfte die Haltung seiner Zuhörer egal sein: Er hat rechtzeitig zum Geburtstag ein Album für sich gemacht - mit Unterstützung von Freunden wie Noel Gallagher. Live wird Paul Weller "22 Dreams" ohnehin nicht spielen können. Der logistische Aufwand wäre zu groß, schließlich müsste er 27 Musiker auf der Bühne versammeln. Und was wird Weller an seinem 50. Geburtstag machen? Vielleicht mit seinen fünf Kindern in einem Pub in seinem Heimatort Woking anstoßen. Wahrscheinlicher ist aber, dass der rastlose Jubilar auf irgendeiner Bühne stehen wird, um das zu machen, was sein Lebenselixier ist: Musizieren und Fluchen.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.