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POP: Heiße Mischung

Konkurrenz für Jennifer Lopez: Die kolumbianische Sängerin Shakira hat Talent, Sex-Appeal - und globale Ambitionen. Jetzt ist ihr erstes englischsprachiges Album erschienen.

Als sich die Sängerin Shakira vor zwei Jahren entschloss, ihr erstes englischsprachiges Album aufzunehmen, gab es nur ein kleines, aber nicht unerhebliches Problem: Die blondgefärbte Kolumbianerin, damals schon ein Superstar in Lateinamerika, sprach zwar fließend spanisch, portugiesisch und auch ein wenig italienisch - aber kein Wort englisch. Ihre Plattenfirma Sony zögerte nicht lange und heuerte für den schnellen Crash-Kurs die große alte Dame des Latino-Pop an: Gloria Estefan. Aber die ehrgeizige Shakira lehnte dankend ab. »Ich muss meine Lieder selbst schreiben«, sagte die 24-Jährige - und griff beherzt zum Wörterbuch.

Nun erscheint in Deutschland ihre CD »Laundry Service«, eine wilde Mischung aus Rock, Latino-Grooves und orientalischen Melodien, die sich in den USA bereits acht Millionen Mal verkauft hat. Die erste Single, die kämpferische Hymne »Whatever, wherever«, hat sogar das Zeug, der erste, wenn auch verfrühte Sommerhit des Jahres zu werden.

Ein paar bemerkenswerte Verehrer hat Shakira jetzt schon. Gabriel García Márquez, kolumbianischer Nobelpreisträger für Literatur, war von der Musik seiner jungen Landsmännin so hingerissen, dass er um ein ausführliches Gespräch bat und daraufhin von Shakiras »unschuldiger Sinnlichkeit« schwärmte. Und der Chef ihrer Plattenfirma Tommy Mottola, der schon Jennifer Lopez und Ricky Martin zu Superstars gemacht hat, schwört: »Ich werde alles tun, um sie an die Spitze zu bringen.«

Nur die Liebe bereitet Shakira zurzeit Sorgen. Ihr Freund Antonio de la Rúa, Sohn des zurückgetretenen argentinischen Präsidenten, soll in einen Schmiergeldskandal verwickelt sein. Nun wurde die angekündigte Hochzeit erst einmal verschoben. Doch Shakira gibt sich kämpferisch wie in ihren Liedern. »Ich werde zu Antonio stehen, egal, was passiert«, sagt sie. Auf Englisch. Und fast ohne Fehler.

Hannes Ross

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