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Rock: Rolling Stones eröffnen Europatournee in München

Mit einem zweistündigen Feuerwerk ihrer größten Songs haben die Rolling Stones am Mittwochabend in München vor 12.000 begeisterten Fans ihre Europatournee eröffnet.

Ein roter Konfettiregen geht auf die Fans nieder, auf den Sitzplätzen stehen tanzende Menschen, und vorne auf der Bühne reißt sich Mick Jagger fast sein rosa Hemd vom Leib. Es ist kurz nach halb zwölf am Mittwochabend, als in der Münchner Olympiahalle die letzten Töne des Mega-Hits «Satisfaction» verklingen. Der Auftakt der Rolling-Stones-Europatournee ist vorbei, und Mick Jagger, Keith Richards, David Wood und Charles Watts sind ihrem Ruf als beste Rockband der Welt mal wieder gerecht geworden.

Der Auftritt im Rahmen der «Licks-World-Tour» war der erste in München seit fünf Jahren. Nachdem die irische Rock- und Popgruppe «The Cranberries» den knapp 12.000 Fans in der nicht ganz ausverkauften Olympiahalle eingeheizt hatte, stimmte Stones-Frontman Mick Jagger um exakt 21.35 Uhr die ersten Töne von «Street Fighting Man» an. Zwei Stunden lang brachten die vier Briten danach die Halle zum Beben. «Wisst ihr was?», rief Jagger ins Mikro, «wir werden heute Abend richtig Spaß haben.» Und er versprach nicht zu viel: Neue Lieder spielten die Stones zwar außer »Don't Stop» nicht, dafür aber das Beste aus 41 Jahren Band-Geschichte.

Edelfans schlürften Cocktails

Während die normalen Stones-Bewunderer mit viel Bier und Eis gegen die Hitze in der Olympiahalle ankämpften, schlürften die Edelfans in VIP-Lounge kühle Cocktails. Zu Ehren der vier Briten mixte der Barkeeper einen «Stones Sour» (Whiskey Sour mit Ahornsirup) und den Whisky-Mix «Keith's Lemonade». Unter den Besuchern waren mit Simone Kahn, der Ehefrau des Bayern-Torwarts Oliver Kahn, sowie der Eisschnellläuferin Anni Friesinger, Schauspieler Ken Duken und TV- Moderator Tobi Schlegl auch einige Prominente.

Mick Jagger war bestens aufgelegt

Die Stones zauberten eine gigantische Lasershow in die Halle und ließen zwischendurch sogar Nostalgie aufkommen, als auf der Videoleinwand Schwarz-Weiß-Bilder liefen, die an ihre Anfänge in den 60er Jahren erinnerten. Vor allem Jagger präsentierte sich wie in besten Tagen - fünf Mal zog sich der fast 60-Jährige um, weil seine Hemden vom Tanzen schweißnass waren. Zum Schluss bedankte sich der Sänger auf Deutsch für die gute Stimmung in der Halle: »München find' ich Spitze.» Nach der Show ging die VIP-Party in der Münchner Nobeldisco P1 weiter - wenn auch ohne die Stones.

Schwarzmarktpreise im Keller

Die einzigen, die an diesem Abend nicht so recht auf ihre Kosten gekommen waren, waren die Schwarzmarkthändler: Da das Konzert entgegen erster Angaben nicht restlos ausverkauft war, gab es sogar noch Tickets an der Abendkasse. Daher mussten manche Händler ihre 100-Euro-Karten kurz vor Konzertbeginn für den Spottpreis von 20 Euro verscherbeln.

Die Show in der Olympiahalle war das erste von drei Konzerten in München. Am Freitag werden beim Open-Air-Auftritt im Olympiastadion rund 60.000 Fans erwartet. An der Abendkasse sind laut der Plattenfirma Virgin Music noch Karten zu erhalten. Restlos ausverkauft ist dagegen das Clubkonzert zwei Tage später im Circus Krone - dort, wo die Stones 1965 zum ersten Mal in München auftraten.