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Soul-Sänger: Barry White gestorben

Der US-amerikanische Soul-Sänger Barry White ist am Freitag im Alter von 58 Jahren in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben.

Der für seine satte Bass-Stimme berühmte Sänger erlag Angaben seines Managers zufolge in einem Krankenhaus den Folgen eines Nierenversagens. White hatte im Mai einen Schlaganfall erlitten und kämpfte seit längerem mit einem hohen Blutdruck. Nach dem Schlaganfall hatte seine Tochter Shaheara White noch die Hoffnung geäußert, ihr Vater werde sich so weit erholen, dass er eine Nierentransplantation überstehen könne. Der 58-Jährige hat zwei Mal einen Grammy gewonnen, die höchste Auszeichnung im Musikgeschäft. Seine samtigen Interpretationen von Liedern wie "Can’t Get Enough of Your Love" und "You’re The First, The Last, My Everything" setzten weltweit den Ton für unzählige Abendessen bei Kerzenschein und Rendezvous.

White erreichte den Höhepunkt seiner jahrzehntelangen Karriere Mitte der 70er Jahre, erhielt seine Grammys aber erst im Jahr 2000. Mit dem Lied "Staying Power" wurde er als bester männlicher Sänger und als bester Interpret im Bereich Rythm & Blues ausgezeichnet. Die auch im deutschen Fernsehen gezeigten Serien "Ally McBeal" und "The Simpsons" machten den Bass mit der vollen Stimme schließlich zu einer Pop-Ikone. White war aber auch als Komponist, als Dirigent bei Instrumentalaufnahmen und als Produzent des weiblichen Trios Love unlimited erfolgreich.

White hat die klassische Tellerwäscher-Karriere durchlaufen. Geboren in Galveston im US-Bundesstaat Texas, wuchs er in Los Angeles in dem Vorort Watts auf und erlebte dort täglich Bandenkriminalität und Gewalt. White stahl Autos, brach in Häuser ein, trank und schlug sich mit Rivalen. Noch als Jugendlicher wurde er zwei Mal Vater. Als er 1960 wegen eines Reifendiebstahls fünf Monate lang im Gefängnis saß, hörte er eine Lied von Elvis Presley, das sein Leben veränderte. Er nahm sich die Worte "Entweder jetzt oder nie" ("It’s Now or Never") zu Herzen und beschloss, ein neues Leben anzufangen.