Nach Witz Trump will Grammy-Moderator Trevor Noah verklagen

Billie Eilish äußert sich bei ihrer Rede gegen US-Einwanderungspolitik
"ICE out" – Musikstars attackieren US-Einwanderungspolitik bei Grammys
© Foto: Chris Pizzello / Invision / AP / DPA
Sehen Sie im Video: "Musikstars attackieren Trump bei Grammys – Justin Bieber fast nackt.
Foto: Chris Pizzello / Invision / AP / DPA
US-Präsident Donald Trump will Grammy-Moderator Trevor Noah nach einem Epstein-Witz bei der Preisverleihung verklagen.

Grammy-Moderator Trevor Noah sorgte am Sonntagabend (Ortszeit) mit einem pikanten Scherz für mächtig Wirbel - und zog damit den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich. Das berichten unter anderem "The Hollywood Reporter" und "Deadline".

Der Witz, der alles ins Rollen brachte, fiel nach der Vergabe des Grammys für den "Song des Jahres" an Billie Eilish. Noah gratulierte der Sängerin und fügte dann hinzu: "Das ist ein Grammy, den jeder Künstler will, fast so sehr wie Trump Grönland will." Dann setzte der Comedian noch einen drauf: Da Jeffrey Epstein (1953-2019) nicht mehr lebe, brauche Trump eine neue Insel, um dort Zeit mit Bill Clinton zu verbringen. Provokant schloss er mit den Worten: "Es ist mein letztes Jahr! Was wollt ihr dagegen tun?"

Trumps heftige Reaktion auf Truth Social

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Noch am selben Abend meldete sich Trump auf seiner Plattform Truth Social zu Wort. Die Grammy-Verleihung bezeichnete er als "die schlechteste" und "praktisch nicht anzuschauen". Der Sender CBS könne froh sein, diesen "Müll" nicht mehr ausstrahlen zu müssen – 2026 war das letzte Jahr der Grammys auf dem Sender.

Dann nahm sich Trump den Moderator vor. Noah sei beinahe so schlecht wie Jimmy Kimmel bei den Oscarverleihungen mit niedrigen Quoten, schrieb der Präsident. Was ihn besonders erzürnte: Die Behauptung über die Epstein-Insel sei schlicht falsch. Er sei niemals dort gewesen und auch niemals dessen beschuldigt worden – nicht einmal von den "Fake News Media", wie Trump betonte.

Klage-Drohung mit deutlichen Worten

Der Präsident kündigte an, seine Anwälte auf Noah anzusetzen und ihn zu verklagen. Der Moderator solle sich auf einiges gefasst machen: "Mach dich bereit Noah, ich werde meinen Spaß mit dir haben!" Der Comedian sei ein "totaler Versager" und ein "armer, erbärmlicher, talentloser, dummer Moderator", so Trump weiter.

Die Grammy-Verleihung 2026 war ohnehin politisch aufgeladen. Auf dem roten Teppich trugen zahlreiche Stars wie Billie Eilish, Justin und Hailey Bieber sowie Finneas und Kehlani "ICE Out"-Anstecker. Damit protestierten sie gegen die Einwanderungsbehörde ICE nach tödlichen Vorfällen in Minneapolis. Auch Billie Eilish nutzte ihre Dankesrede für politische Worte und erklärte, dass niemand auf gestohlenem Land illegal sei.

Bad Bunny schrieb an dem Abend Geschichte als erster Künstler, der mit einem spanischsprachigen Album den Grammy für das "Album des Jahres" gewann. Auch er sprach sich in seiner Rede gegen ICE aus und rief dazu auf, mit Liebe statt mit Hass zu kämpfen.

SpotOnNews

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos