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Tom Chaplin auf Drogenentzug Keane-Sänger wollte nur cool sein


Millionen von Fans kaufen ihre Platten, ihre Hits laufen ständig im Radio - doch bei vielen hat die Band Keane den Ruf, uncool zu sein. Das hat Sänger Tom Chaplin so zugesetzt, dass er sein Glück in Drogen suchte. Jetzt ist er in einer Suchtklinik gelandet.
Von Carsten Heidböhmer

Eigentlich hätten Keane allen Grund, mit sich und der Welt zufrieden zu sein: treue Fans, millionenfach verkaufte Alben, ausverkaufte Konzerttourneen. Wenn da nur nicht dieses schlimme Wort wäre, mit dem Journalisten und Teile der Musikszene die englische Band belegen: Allerorten werden Keane als "uncool" bezeichnet. Ihre Musik gilt zudem als weinerlich, und die drei Jungs sind auch nicht die hübschesten. Das alles scheint Sänger Tom Chaplin ungeheuer zu nerven. "Das festgefahrene Bild von den drei größten Langweilern der britischen Popmusik muss jetzt neu überdacht werden. Wir zeigen den Leuten, die besessen davon sind, schrecklich cool zu sein, was wir von ihnen halten", hatte Chaplin noch vor wenigen Wochen gegenüber stern.de geäußert.

Besonders die Kritik von Musikerkollegen setzte dem Keane-Frontman zu: "Wir hatten einfach die Schnauze voll. Tim und ich saßen im Tourbus und blätterten durch Magazine und entdeckten so ein Interview mit einem Typen, der sich gewaltig über uns aufregte und uns für einen Haufen Weicheier hielt.". Chaplin ereifert sich weiter: "Nur, weil ich keine engen Jeans trage und mit Drogengeschichten prahle, bin ich uncool? Das ist doch erbärmlich."

Endstation Suchtklinik

Der Vorwurf scheint Chaplin derart getroffen zu haben, dass er es seinen Kritikern beweisen wollte - und von Alkohol und Drogen Gebrauch machte. Offenbar in größerem Ausmaß, als bislang angenommen. Jetzt hat Chaplin die Reißleine gezogen und sich selbst auf Drogen- und Alkoholentzug gesetzt. Dazu hat sich der Musiker in die berühmte Londoner Klinik für Suchtkranke The Priory begeben, wie die englische Boulevardzeitung "The Sun" berichtet. "Ich habe mich hier aufnehmen lassen, damit ich die professionelle Hilfe bekomme, die ich brauche, um mein zunehmendes Problem mit dem Trinken und mit Drogen zu überwinden", erklärte der 27-Jährige nach Angaben der Zeitung.

Mehrere geplante Konzerte von Keane - in den USA, Irland und Spanien - wurden bereits abgesagt. "Wenn ich mich selbst wieder in Ordnung gebracht habe, möchte ich sobald wie möglich wieder auftreten", erklärte Chaplin. Keane waren 2004 gleich mit ihrem ersten Album "Hopes And Fears" in die Spitzengruppe der britischen Bands aufgestiegen und erhielten zwei Brit Awards. Ihr Song "Somewhere Only We Know" lief in deutschen Radiosendern rauf und runter.

Dass der Erfolg der Band kein Zufall war, bewies Kean in diesem Juni: Auch ihr zweites Album "Under The Iron Sea" konnte auf Anhieb die Spitze der britischen Charts erklimmen. Ob cool oder uncool - zumindest die Fans lieben sie.


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