Kultur
Wirbel um Buchhandlungspreis – Midyatli fordert Transparenz

"Wir brauchen unsere Kulturschaffenden", betonte SPD-Bundesvize Serpil Midyatli. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
"Wir brauchen unsere Kulturschaffenden", betonte SPD-Bundesvize Serpil Midyatli. (Archivbild) Foto
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Nach der abgesagten Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises fordert SPD-Bundesvize Midyatli Aufklärung. Sie sieht eine Serie "instinktloser und fehlgeleiteter Entscheidungen".

Nach heftigen Debatten um die abgesagte Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises und den Kulturstaatsminister fordert SPD-Bundesvize Serpil Midyatli Transparenz. "Der Skandal um den Buchhandelspreis reiht sich ein in eine Serie instinktloser und fehlgeleiteter Entscheidungen von Kulturstaatsministers Wolfram Weimer", sagte Schleswig-Holsteins Oppositionsführerin der Deutschen Presse-Agentur. Weimer müsse dringend aufklären – seine Glaubwürdigkeit habe bereits Schaden genommen.

"Wir brauchen unsere Kulturschaffenden", betonte Midyatli. Doch Weimar verprelle sie gerade. Der Ausschluss mehrerer Buchhandlungen habe in der Branche und der Öffentlichkeit viele Fragen aufgeworfen, die beantwortet werden müssten.

Der Deutsche Buchhandlungspreis sei, so Midyatli, ein wichtiges kulturpolitisches Signal und stehe für die Vielfalt des Buchhandels. "Eine nachvollziehbare Erklärung kann helfen, das Vertrauen in das Verfahren und den Preis wieder zu stärken", erklärte die Sozialdemokratin. "Das wäre auch für den Kulturstaatsminister selbst wichtig."

Debatte um Buchhandlungspreis

Der parteilose Staatsminister Wolfram Weimer hatte drei linke Buchläden in Berlin, Bremen und Göttingen wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" von der Nominiertenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis streichen lassen. Die Auswahl hatte eine Jury getroffen. Weimer folgte nach eigenen Angaben wegen der Erkenntnisse in diesen drei Fällen der Empfehlung der Jury ausnahmsweise nicht.

Die drei Buchläden klagen dagegen. Deren Anwälte werfen dem Minister vor, die Betreiber in der Absagemail getäuscht zu haben. Dort habe es geheißen, die Jury habe die Buchläden nicht für eine Auszeichnung ausgewählt. "Eine derartige Lüge wie in der Absage-E-Mail an die Buchhandlungen ist feige", teilte Anwalt Sven Adam mit. Man wolle jetzt eine Dienstaufsichtsbeschwerde an das Kanzleramt prüfen. Eine Sprecherin Weimers entgegnete, es sei eine "standardisierte Absage" verschickt worden. 

Weimer argumentierte, der mit Steuergeld finanzierte Preis dürfe nicht "an Feinde des Staates" gehen – so formulierte er es im Kulturausschuss des Bundestags. Nach Protesten gegen die Entscheidung ließ er die am 19. März geplante Verleihung auf der Leipziger Buchmesse absagen. Die ausgezeichneten Buchhandlungen sollen Preisgeld und Urkunde direkt erhalten.

dpa

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