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Wacken Open Air 2010: Pogo, Headbanging und die Dorfkapelle

1990 begann das Wacken mit gerade mal 800 Zuschauern klein und gemütlich: 2010 sind 75.000 Metal-Fans aus der ganzen Welt zusammen - gemütlich ist das Wacken noch immer.

Bei Regen und Sonnenschein haben 75 000 Heavy-Metal-Fans aus der ganzen Welt drei Tage lang ein friedliches und lautes "Wacken Open Air 2010" gefeiert. Zur Musik der mehr als 100 Bands schüttelten die Besucher begeistert ihre Mähnen auf abgeernteten Feldern in Schleswig-Holstein. Für Polizei und Rettungskräfte gab es keine außergewöhnlichen Einsätze, sagte Polizeisprecher Michael Baudzus am Samstag.

Aus den Anfängen vor 20 Jahren mit Familienfestcharakter - beim ersten Mal kamen 300 Besucher, um ein paar Amateur-Bands aus der Nachbarschaft zu hören - ist mittlerweile ein hochkommerzielles Mega-Event geworden.

In diesem Jahr kamen auf jeden der rund 1900 Dorfbewohner 40 Festivalbesucher. 40 Prozent von ihnen reisten aus dem Ausland an, um Stars wie Alice Cooper, Iron Maiden und Mötley Crüe live zu erleben.

Einige der Fans pilgerten sogar aus Amerika, Japan und Australien nach Deutschland, um hier im "Heavy-Metal-Mekka" bei lauten 120 Dezibel drei Tage lang ihre Stars live zu erleben. Dabei sind die Wacken-Besucher trotz ihres für Außenstehende ähnlichen Aussehens keine homogene Gruppe. Viele würden heftig protestieren, wenn man sie einfach als "Heavy-Metal-Fan" bezeichnet, sagte Festival-Sprecherin Britta Kock.

Die musikalischen Wurzeln des Heavy Metal liegen im Hardrock Ende der 60er Jahre. Aus jenem sogenannten Power Metal - der ursprünglichsten Form des Heavy Metal - entwickelten sich bis heute diverse Varianten mit meist fließenden Übergängen: Death-, Folk-, Gothic-, Industrial-, Speed- oder True-Metal, erklärte Kock.

Sieben bis acht Millionen Euro kostete es die Organisatoren nach eigenen Angaben, um 200 Hektar Ackerland - eine Fläche so groß wie 270 Fußballfelder - in ein Festivalgelände zu verwandeln. Unter anderem wurden 1500 mobile Toiletten aufgestellt.

DPA / DPA