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Liederabend Zu deutsch für Düsseldorf: Bürgermeister schaltet sich in Heino-Streit ein

Heino
Heino war zuletzt in der Amazon-Prime-Comedy "LOL - Last One Laughing" mit einem Gastauftritt zu sehen.
© Daniel Reinhardt / DPA
Heino will im Herbst eine Konzertreihe unter dem Titel "Deutscher Liederabend" veranstalten. Die Düsseldorfer Tonhalle weigerte sich, die Plakate dafür aufzuhängen. Mittlerweile hat sich der Bürgermeister eingeschaltet.

Ist ein "Deutscher Liederabend" nationalistisch? Diesen Vorwurf hatte die Düsseldorfer Tonhalle dem Sänger Heino gemacht. "Wir stören uns an dem etwas tümelnden Untertitel", sagte eine Sprecherin des Konzerthauses, das sich weigerte, die Plakate für das Heino-Konzert aufzuhängen. Der Sänger selbst reagiert entrüstet. Mittlerweile hat sich in die Posse sogar der Bürgermeister Düsseldorfs eingeschaltet.

"Ich sehe in dem Plakat von Heino keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen und teile die Kritik daran nicht", sagte Stephan Keller in einer Mitteilung vom Montagabend. Er habe deshalb mit dem Intendanten der Tonhalle besprochen, dass das Tournee-Plakat von Heino doch aufgehängt werde. Mittlerweile scheint allerdings fraglich, ob das noch Sinn macht.

Heino ist sauer auf die Tonhalle und den indirekten Vorwurf nationalistisch zu sein. "Welches absurde Gedankengut muss man haben, um sich am Wort 'deutsch' zu stören?", sagte sein Manager Helmut Werner der Deutschen Presseagentur. Der 82-jährige Heino ist offenbar so erzürnt, dass er auf ein Konzert in der Tonhalle verzichten und auf eine andere Spielstätte ausweichen möchte. Eine neue Location werde bereits gesucht, heißt es.

Heino reagiert erbost

Heinos "Deutscher Liederabend" in Düsseldorf ist nicht der einzige der Konzertreihe. Der Künstler hat für Herbst mehrere Auftritte in insgesamt 18 Städten geplant. Ursprünglich sollte der Titel "Heino goes Klassik - mit großem Orchester" heißen. Da jedoch Auftritte von großen Orchestern wegen der Coronapandemie unsicher sind, beschloss Heino, den Konzertabend zu verkleinern und den Namen zu ändern.

Was aber stört die Tonhalle an dem Namen? "Es geht hier um die Bezeichnung eines Liederabends als deutsch. Das bezieht sich dann auf die Form des Konzerts und nicht auf den Inhalt", sagte Intendant Michael Becker. Das sei fachlich wie politisch nicht korrekt. Man habe in der Tonhalle auch keine deutschen Symphoniekonzerte, wenn nur Brahms und Beethoven gespielt werde." Sogar von "Hetze" war aufgrund des Namens des Liederabends die Rede.

Den Vorwurf möchte sich Heino-Manager Werner nicht gefallen lassen. "Alleine eine Verbindung mit dem Wort Deutsch, Heino und Hetze herzustellen, entbehrt jeglichem klaren Verstand", sagte er und wehrt sich dagegen, den Sänger in die rechte Ecke zu stellen. Der Sänger habe sich in einem Interview 2019 sogar für ein Verbot der AfD ausgesprochen, betonte der Manager. Das Wort "deutsch" gehöre allen Deutschen.

mai

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