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"Dr. House" wird abgesetzt: Ende der Sprechstunde

Seine Behandlungsmethoden sind legendär, sein exzentrisches Benehmen grenzt an Wahnsinn. Doch zuletzt schalteten immer weniger Zuschauer ein, wenn Hugh Laurie als Dr. House auf Sendung ging. Jetzt zieht der TV-Sender Fox den Stecker: Nach der achten Staffel ist Schluss.

Er spuckte auf seine Patienten, war süchtig nach Schmerztabletten, wurde in die Psychiatrie und ins Gefängnis eingewiesen. Seine Approbation verlor Dr. Gregory House trotzdem nicht. Zu genial war der exzentrische Diagnostiker, als dass das Princeton-Plainsboro Teaching Hospital für längere Zeit hätte auf ihn verzichten können.

Doch nun ist Schluss für den wohl kaputtesten Doktor der TV-Geschichte. Wie der US-amerikanische Sender Fox am Dienstag bekanntgab, wird die Arztserie nach der aktuellen achten Staffel ein Ende finden. "Im April dieses Jahres werden wir 177 Folgen fertiggestellt haben - 175 mehr als man 2004 erwartet hätte", erklärten die Produzenten David Shore, Katie Jacobs und Hugh Laurie (gleichzeitig Hauptdarsteller) gegenüber dem Klatschmagazin "Us Weekly" am Mittwoch. "Die Entscheidung, die Show jetzt zu beenden, ist schmerzhaft, da sie riskiert, Hunderte von engen Freundschaften, die sich über die letzten acht Jahre entwickelt haben, auseinander zu reißen."

"House, M.D." ging 2004 als sogenannte "medical mystery" an den Start. Ziel der Schöpfer war es, Elemente einer Krankenhausserie mit denen eines Krimidramas zu verknüpfen. Der Hauptcharakter der Serie, Gregory House, sollte das Gegenbild des einfühlsamen Mediziners darstellen. Nicht das Wohl der Patienten lag diesem Mann, der als Sherlock Holmes im Arztkittel konzipiert wurde, am Herzen, sondern das Lösen medizinischer Rätsel. Wenn dem Patienten nebenbei das Leben gerettet wurde, sah House darin - zumindest in den Anfangstagen der Serie - nicht mehr als einen positiven Nebeneffekt.

Wenn sich der Wahnsinn abnutzt

Zuschauern wie Kritikern gefiel die Serie um die problembeladene Figur, die immer wieder wichtige Preise einheimste. Doch nach acht Staffeln hatte sich die Geschichte um den kantigen Doc auserzählt. Immer abstruser wurden die Handlungsstränge, die Figur des House eine Parodie ihrer selbst. Selbst zahlreiche Neuzugänge zum Schauspielerensemble konnten den Niedergang der Drehbücher nicht mehr aufhalten. Auch die Quoten stimmten zuletzt nicht mehr. So ist die Entscheidung, die Serie mit der achten Staffel zu beenden, nur folgerichtig.

In Deutschland bleibt uns House allerdings noch einige Zeit erhalten: Weil die Serie hierzulande erst seit 2006 ausgestrahlt wird, bleiben noch mehr als 20 Episoden mit dem exzentrischen Mediziner. Laut Serienjunkies.de wird RTL ab dem 6. März 2012 zunächst neun Folgen der achten Staffel ausstrahlen. Wann - und ob - der Rest folgt, ist noch unklar.

Von Jens Wiesner
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