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Wissenschaftler erklärt Warum man "Game of Thrones" auch in 100 Jahren noch kennen wird

Neue Folgen von "Game of Thrones" will der Sender HBO möglichst lange geheim halten
Sehen Sie im Video: Diese sieben Fakten machen Sie zum wahren Experten.


1. Der Roman "Game of Thrones" fand bei seiner ersten veröffentlichung nur wenige Leser. Das erste Cover der britischen Ausgabe war kleinteilig und zog vor allem Fantasy-Fans an. Ein einfacher gestaltetes Cover verhalf dem Titel einige Jahre später zum Bestseller-Status. Heute ist der damalige Kassenflop aber wieder sehr begehrt.


2. Westeros ist wohl der einzige Kontinent, für den man zwei Landkarten braucht. Denn die Serienmacher und der GoT-Erfinder sind sich über seine Größe nicht ganz einig. George RR Martin, Autor der Romanvorlage, vergleicht Westeros' Größe mit der Südamerikas. Das hat eine Fläche von 27.843.000 Quadratkilometern. In der TV-Serie heißt es, 3000 Meilen liegen zwischen dem nördlichsten und südlichsten Punkt. Das sind nur etwa 5000 Kilometer.


3. Dothraki, die Sprache des Reitervolks, umfasst bisher etwa 4000 Wörter. Ihr Klang wurde in Anlehnung an Arabisch und Spanisch für die Serie entwickelt. In Zukunft sollen dem Erfinder zufolge noch 6000 Wörter hinzukommen. Ki Fin Yeni!!!


4. Sibel Kekilli besitzt ein besonderes Andenken an ihre Game-of-Thrones-Zeit. Sie sei über den Tod ihrer Figur sehr traurig gewesen, sagte sie in einem Interview. Als Erinnerung habe sie die Kette aus ihrer letzten Szene mit Tyrion mitnehmen dürfen.


5. Ritterinnen wie Brienne von Tarth hat es im Mittelalter tatsächlich gegeben.


6. Wegen der vielen Nacktszenen wurde GoT bis April 2016 nicht im indischen TV gezeigt. 2015 führte die Serie die Liste der illegal heruntergeladenen Shows in Indien an Ein Sender sicherte sich deshalb die Rechte. Nackte Haut wird es aber in der TV-Version nicht geben. Die Szenen werden zensiert.


7. Die Serie scheint besonders bei Musikern beliebt zu sein. Vor Ed Sheeran hatten auch schon Bandmitglieder von Coldplay, Sigur Rós, Mastodon und Snow Patrol kleine Auftritte in GoT.



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Der Erfolg der Fantasy-Serie "Game of Thrones" ist auch aus der Sicht der Wissenschaft absolut berechtigt. Aus kulturtheoretischer Sicht könnte die Saga sogar eine Epoche beenden.

Der weltweite Hype um die Fantasy-Saga "Game of Thrones" ("GoT") ist aus Sicht der Wissenschaft durchaus erklärbar. "Der Knackpunkt ist eine innere Spannung zwischen knallhartem Realismus und Fantasy", erklärte Kulturtheorie-Professor Jan Söffner von der Zeppelin Uni in Friedrichshafen am Bodensee. Im Gegensatz zu herkömmlicher Fantasy, die meist gängigen Schemata folge, komme bei "GoT" tatsächlich immer alles anders, als man denke. Man frage sich immer, was passiert, wer das letzte Wort haben und wie die Sache ausgehen wird.

Söffner hält "Game of Thrones" zwischen Mittelalter, Drachen und Untoten tatsächlich für "etwas sehr Großes", das man wohl auch in 100 Jahren noch kenne. Zwar habe die Serie noch nicht die Dimension und vor allem die Figuren von "Star Wars", womit George Lucas mehrere Generationen von Kindern beeinflusst habe. Doch sei es viel komplexer und größer aufgezogen als etwa Tolkiens Weltklassiker "Herr der Ringe". Entscheidend sei, wie US-Autor George R.R. Martin die Story weiterführe und ob die TV-Serie ihr Niveau bis zum Schluss halten könne. Aktuell läuft die vorletzte Staffel der Serie.

Game of Thrones
Autor George R. R. Martin, Schöpfer der Erfolgsserie "Game of Thrones"
© Matt Sayles/picture alliance

"Game of Thrones" könnte eine Epoche beenden

Rezept eins: Herkömmliche Hollywood-Fantasy folge meist der Mythentheorie von Joseph Campbell, erklärte Söffner. Heißt: Junger Held lebt in der Realität. Er erhört den Ruf aus einer höheren, anderen Realität; er tritt dort ein. Er hat einen Mentor, der meist stirbt, und er lebt am Ende in beiden Realitäten. Für "Star Wars" sei das prägend gewesen, für "Harry Potter" oder "Matrix" ebenfalls. Durch "GoT" könne man diesen Standard-Mythos eigentlich nicht mehr so richtig ernst nehmen. "Eventuell geht da eine Epoche zu Ende."

Rezept zwei: Die Fans erwarten laut Söffner gar nicht, dass Gutes passiert, dass sich alles zum Guten wendet. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fantasy werde man ständig enttäuscht. Es gebe nur gebrochene Charaktere, die Figuren scheitern. Eine Erlösung gebe es nicht. Martin schlage alle üblichen Fantasy-Strukturen kaputt. "Und er tut das innerhalb einer Fantasy-Geschichte." Das Ergebnis: ständige Enttäuschung aber auch ständige Hoffnung.

Rezept drei: Die Länge. "Wir leben in einer Zeit der Langerzählung", sagte Söffner. Zwar würden alle sagen, sie hätten keine Zeit - aber die Erzählungen würden richtig lang. "Es geht nicht darum, sich kurz irgendwas erzählen zu lassen. Sondern darum, in eine Erzählung hereinzuwachsen - und durch sie eine Haltung zum Leben zu gewinnen."

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tim DPA

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