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"Quizduell" im Ersten Jörg Pilawas Pannenshow kommt zurück


Zwei Wochen lang hat die ARD das "Quizduell" im Mai getestet. Das Resultat war verheerend. Dennoch soll die Show mit Moderator Jörg Pilawa ab Februar auf Sendung gehen. Kann das gutgehen?
Von Carsten Heidböhmer

Es war die Pannenshow der Saison: Im Mai strahlte die ARD zwei Wochen lang eine neue Ratesendung aus: "Quizduell". Die Idee war gut: Die gleichnamige App wird von mehr als 16 Millionen Deutschen genutzt - warum also dieses Spiel-Prinzip nicht ins Fernsehen bringen? 187.000 Mal wurde vor der ersten Folge die speziell auf die Sendung zugeschnittene "Quizduell"-App runtergeladen. Die Zuschauer sollten von Zuhause aus mit ihrer App live gegen vier Studiokandidaten spielen.

Leider ging der Start in die Hose: Die Technik funktionierte nicht. Machte man bei der ARD zunächst einen Hacker für die Probleme verantwortlich, so war die reale Ursache wohl profaner: die Server waren überlastet. Zudem gab es offenbar ein Datenleck, durch das Angreifer leicht auf die persönlichen Daten der teilnehmenden Spieler zugreifen konnten. Auch die Quoten waren ernüchternd: Mit durchschnittlich 1,27 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 8,4 Prozent lag die Sendung klar unter dem Senderschnitt - auch in der jüngeren Zielgruppe.

Auf dem Sendeplatz von "Verbotene Liebe"

Trotzdem beschloss die ARD, die Rateshow ab kommendem Jahr fest ins Vorabendprogramm zu nehmen. "Quizduell" soll montags bis freitags um 18 Uhr anstelle der Soap "Verbotene Liebe" ausgestrahlt werden - was bei den Fans der seit 1995 laufenden Dauerserie für große Empörung sorgt. Als Moderator steht nach Informationen des Branchendienstes "dwld.de" weiterhin Jörg Pilawa zur Verfügung, der sich mit seinem Image als Quizonkel der Nation arrangiert hat und damit geschickt kokettiert.

Ab dem 2. Februar muss sich das "Quizduell" also abendlich bewähren. Die Vorzeichen dafür stehen nicht zum Besten. Es ist nicht nur die verpatze Generalprobe im Mai, die den Programmmachern bei der ARD zu denken geben sollte. Vor allem scheint der Hype um die Smartphone-App seinen Zenit sein längerem überschritten zu haben. Ob sich die Zuschauer 2015 noch für den heißen Scheiß von 2014 erwärmen?


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