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"Quizduell" im Ersten Die Show läuft weiter - aber vorerst ohne Zuschauer

Die neue ARD-Vorabendshow "Quizduell" floppte: Die Zuschauer blieben aus, zudem gingen die Server in die Knie. Solange das Problem nicht behoben ist, läuft die Show ohne Zuschauerbeteiligung weiter.
Von Carsten Heidböhmer

Es war ein ambitioniertes Experiment, und nach der ersten Folge muss man sagen: Es ist gescheitert. Mit der neuen Vorabendshow "Quizduell" wollte die ARD nichts Geringeres als eine App ins Fernsehen bringen. 16 Millionen Deutsche nutzen die gleichnamige Smartphone-App, und so lag die Idee nahe, aus dem beliebten Wissensspiel eine Show zu machen. Doch das ging zum Start gründlich in die Hose. Denn die Technik versagte.

Zunächst machte Moderator Jörg Pilawa für die Probleme einen Hacker verantwortlich: Ein einzelner hätte weltweit 15.000 Server lahmgelegt, so die erste Erklärung. Doch davon ist der NDR inzwischen abgerückt. Inzwischen heißt es in einem Statement des ARD-Vorabend-Koordinators Frank Beckmann: "Derzeit läuft die Ursachenforschung auf Hochtouren." Zur Stunde will man sich in der ARD nicht äußern, der Anfangsverdacht, es habe sich um einen Hacker gehandelt, scheint sich jedoch nicht erhärtet zu haben. Vermutlich waren schlicht die Server überlastet.

Woran es auch gelegen haben mag - das ursprüngliche Konzept der Show ließ sich nicht umsetzen. Eigentlich sollten Smartphone-Nutzer von Zuhause aus mit ihrer App live gegen vier Studiokandidaten spielen, 187.000 Mal sei die speziell auf die Sendung zugeschnittene "Quizduell"-App runtergeladen worden, wie Pilawa noch zu Beginn der Sendung verkündet hatte. Der Moderator meisterte diesen Ausfall souverän, am Ende spielte das Studiopublikum gegen das Kandidatenteam - und gewann.

Lauwarmes Publikumsinteresse

Bei den Fernsehzuschauern stieß die neue Show jedoch nur auf lauwarmes Interesse. Lediglich 1,61 Millionen Zuschauer schalteten die Sendung am frühen Abend ein. Das entspricht einem Marktanteil von 9,1 Prozent. Die parallel laufende ZDF-Krimiserie "Soko 5113" wollte fast doppelt so viele Menschen sehen: 3,28 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 17,8 Prozent entspricht.

Insgesamt 14 Folgen dieser Show sind vorerst geplant, die von montags bis freitags gezeigt werden sollen. Wenn heute Abend die zweite Sendung ausgestrahlt wird, werden die Zuschauer weiter draußen bleiben. Wie stern.de erfuhr, läuft die Show noch mindestens bis Freitag ohne die Beteiligung des Publikums. Erst kommende Woche - so die Technik funktioniert - soll die Show wie ursprünglich geplant gezeigt werden.


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