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"Des Teufels langer Atem" "Tatort-Münster" vor Jubiläumsfolge: Liefers und Prahl blicken auf 20 Jahre zurück

Jan Josef Liefers mit einem Morgenstern mit zwei Metallkugeln und Axel Prahl mit einer Armbrust beim Dreh zum neuen "Tatort" 
Axel Prahl (als Frank Thiel) und Jan Josef Liefers (r) sprechen über 20 Jahre "Tatort-Münster"
© Rolf Vennenbernd / DPA
Der "Tatort-Münster" feiert Jubiläum: Nach 20 Jahren steht die ARD-Krimisendung vor ihrem 40. Fall. Jan Josef Liefers alias Rechtsmediziner Boerne und Axel Prahl alias Kommissar Thiel haben auf die vergangenen Jahre zurückgeschaut und auch über die Zukunft gesprochen.

Im Interview mit der "Bild"-Zeitung haben Jan Josef Liefers und Axel Prahl auf bewegende Momente der vergangenen 20 Jahre beim Münster-"Tatort" zurückgeblickt. Dass der Dreh damals noch anders lief als heute, ist wohl wenig verwunderlich. Aber wie war es bei der ersten Folge? Der Dreh sei "zwischen Wohnwagen und Kameras" erfolgt, erinnert sich Prahl. Und die anfängliche Beziehung zu Liefers? "Es war Liebe auf den ersten Blick", so der "Tatort"-Kommissar Thiel gegenüber der Zeitung. Liefers ergänzt: "Wir waren jung, das Leben lag noch vor uns. Was hätte alles aus uns werden können... Andererseits, inzwischen hält das Münster-Couple länger als die längste Große Koalition."

Prahl erinnert sich auch noch an die ersten Sätze des damaligen Drehbuchs, die die beiden Schauspieler gewechselt haben: "Das war eine Begegnung im Hausflur und ich hatte einen Karton mit einem zentnerschweren Bettgestell auf meiner Schulter. Ich weiß nur noch, dass auf diesem Karton stand: 'Ihrem Rücken zuliebe.' Und der Herr Professor sagte, glaube ich, so etwas wie: 'Ach, da sind Sie ja.' Kurz darauf habe ich ihm mit dem Karton die Frontzähne ausgeschlagen."

Unvergessliche Momente, Gemeinsamkeiten und Kuscheltiere

Der Vorfall gehört sicherlich zu jenen Augenblicken, die Prahl und Liefers nicht vergessen werden. Auf die Frage, was die beiden Schauspieler jeweils an dem anderen in Erinnerung behalten werden, offenbart Liefers: "Er hat einmal schnöde Cola in einen zwölf Jahre alten, kellergereiften Spitzen-Rotwein geschüttet, damit der ihm besser schmeckt. Unvergesslich!" Prahls Antwort fällt hingegen diplomatischer aus und lässt durchaus Spielraum für Interpretation: "Nachtragend zu sein ist keine Eigenschaft, die ich sonderlich schätze. Ich bevorzuge es, die Dinge zu besprechen und danach dann auch zu den Akten zu legen."

In der Folge am Sonntagabend wird auch ein rätselhafter Plüsch-Koala eine Rolle spielen. Hatten Prahl und Liefers auch selbst als Kinder ein Kuscheltier? Prahl verrät: "Ich hatte einen circa zwei Meter langen gestrickten Dackel, den meine Mutter für mich gebastelt hatte. Das war so eine Art Wurstrolle, knallbunt gestreift, mit hängenden Plüschohren. Und einen Teddy hatte ich natürlich auch." Liefers hat seinen "Braunbär" sogar noch heute – seit mehr als 50 Jahren.

Prahl und Liefers sind nicht nur bereits seit zwei Jahrzehnten "Tatort"-Kollegen sondern auch Freunde. Dass sie sich gegenseitig bestens kennen, liegt damit nahe. Und sie haben eine Gemeinsamkeit, wie klar wird. "Jan ist geradezu pedantisch pünktlich ...", stellt Prahl fest. Liefers reagiert: "Das weiß Axel nur, weil er überpedantisch überpünktlich ist!"

Auf die Frage nach einem Rat an den anderen Kollegen, richtet Prahl die Botschaft an den Rechtsmediziner Boerne: "Mit der iWatch kann man nicht nur Puls und Herzfrequenz ablesen, telefonieren oder E-Mails lesen. Die zeigt auch die Zeit an!"

Wie sich die "Tatort-Münster"-Kollegen in der Quarantäne umbringen würden

Wenn sie 40 Tage gemeinsam in Quarantäne verbringen müssten, wer würde wen zuerst umbringen und wie?, will die "Bild" wissen. Kommissar Thiel würde da auf Salzsäure setzen, wie er sagt. "Ich denke, das ist die sauberste Lösung." Rechtsmediziner Boerne würde es weniger brutal angehen: "Ich würde ihn totquasseln. Das hinterlässt keine Fingerabdrücke."

Die Schauspieler sind vor allem durch den Münsteraner "Tatort" bekannt geworden. Auf die Frage, welches Duo die beiden abseits des ARD-Abendkrimis noch spielen könnten, haben sie eine witzige Antwort parat. Prahl scherzt: "Wir spielen bei Facebook und Instagram schon sehr erfolgreich Hänsel & Blödeö." Liefers nennt noch weitere Duo-Rollen: "Don Quijote und Sancho Panza, Dick und Doof, C & A, Benson und Hedges, der Schöne und das Biest."

In direkter Anlehnung an den "Tatort" will die "Bild" noch wissen, wen Prahl und Liefers gerne mal als Leiche unter den Fingern hätten. "Oh, da würden mir einige einfallen. Aber das werde ich hier jetzt mal lieber nicht äußern, sonst liege ich nachher noch selber auf dem Seziertisch", sagt Prahl. Liefers ist da ehrlicher: "Da bei uns jede 'Leiche' wieder aufsteht und fröhlich weiterlebt, wäre ich für Harald Schmidt. Auch Jens Spahn würde passen, der ist ja aus dem Münsterland."

Prahl und Lichters über ein Ende ihrer Tatort-Karriere

Nach dem 20-jährigen Bestehen des Münster-"Tatort" stellt sich natürlich auch die Frage, wie lange Prahl, 61, und Liefers, 57, ihre Rollen noch weiter spielen werden, bis zur Rente? "Natürlich! Und die letzte Folge spielt auf den Bahamas", sagt Prahl. Liefers erwidert scherzhaft: "Wieso Bahamas? Bis dahin ist die Rente doch wieder steuerfrei."

Und wie müsste ein Ende zur Rente aussehen? "Das Burning Man Festival sollte verfilmt werden, mit Liefers und Prahl. Letzte Folge 2065", schlägt Prahl vor. "Absolut! In einem Feuerball gen Himmel. Branson, Bezos, Musk … die müssen doch zu toppen sein", sagt Liefers.

Quelle: "Bild"

nk

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