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"The Masked Singer" Tschakka, das Alpaka – und Bülent Ceylan tanzt auf dem Tisch

Sylvie Meis bei "The Masked Singer"
Sylvie Meis wurde bei "The Masked Singer" als Alpaka enttarnt.
© Willi Weber/ProSieben / DPA
Geile Boygroups, Hüftschwünge zum Ohnmächtigwerden, fliegende Untertassen, Hummeln im Hintern und Carolin Kebekus als Gastjurorin - bei der zweitwichtigsten Wahl des Abends sind es die Details, die am Ende das Rennen entscheiden: Schuhgröße 36.
Von Ingo Scheel

"Wenn du hier ein paar Sendungen lang bist, dann bist du durch", entfährt es Bülent Ceylan und das erklärt am Ende wohl so einiges. Sein tourettöses Namensbingo zum Beispiel, bei dem es Tipp um Tipp hagelt, als würde der Mann mit der Matte aus dem Adressbuch von Ruth Moschner vorlesen: Jürgen Vogel und Sebastian Krumbiegel, Cathy Hummels und der Synchronsprecher von Benjamin Blümchen, Helene Fischer oder Lena Valaitis, wobei Bülent das Valaitis mit einer merkwürdigen Betonung spricht, also Vala-i-tis, wie in Meningitis oder Rachitis. Nun denn, man muss wohl tatsächlich ein paar Sendungen dabei sein, um so durch zu sein, oder wie seine Mitstreiterinnen mutmaßten: Entweder er hat Fieber oder getrunken.

Aber zäumen wir das Pferd von vorn auf, denn da gab es zunächst einmal Hitchcocköses. Hinter einen halbdurchsichtigen Duschvorhang hatte man die Gastjurorin des Abends unter die Brause gestellt. Statt Norman Bates gesellte sich jedoch nur Matthias Augustinus Wilhelm Georg Opdenhövel dazu und lotste Carolin Kebekus aus der Nasszelle an den Jurorentisch, um neben den gesetzten Sonja Zietlow und Bülent Ceylan Platz zu nehmen. Kebekus ist im Training, erst kürzlich hatte sie einen ähnlichen Posten in der Show "Fame Maker" bezogen.

Packende Duelle bei "The Masked Singer" 

Anders als dort gibt es beim "Masked Singer" bekannterweise von Beginn an Gesang zu hören, ein Umstand, der sich mal als Vorteil, dann wiederum als erschwerend erweisen sollte. Gleich im ersten Duell bekam es der Anubis mit dem Erdmännchen-Pärchen zu tun: Ägyptische Martialität versus Susi und Strolch. Dem vom Totengott solide dargereichten Boygroup-Medley konnte man wenig vorwerfen – "die geilste Form von Boygroup", wie Ceylan bemerkte – bei der "Pretty Woman"-Version von Familie Erdmann jedoch hätte es dem guten Roy Orbison wohl die dunkle Brille beschlagen. Leichtes Spiel also für den Anubis, dessen Identität vom Jurypult aus zwischen Jürgen Vogel, Jan Josef Liefers und Axel Stein verortet wurde.

Ebenso fantasiereich goutiert das zweite Duell, bei dem das Alien auf das Nilpferd traf, italienische Buffo-Kunst auf "Flashdance"-Klassiker. "Wenn er den Hüftschwung macht, dann flippe ich aus", offenbarte Ceylan beim Anblick des Aliens, dabei klang der Comedian so ein bisschen wie Wolfgang Petry einst, als der auf einem seiner Stadionkonzerte feststellte, dass in einem der Dixi-Klos das Toilettenpapier fehlte. Aber das ist eine andere Geschichte, ebenso wie die pantomimische Kühlschrank-Begattung des blauen Zausels oder die etwas dünn geratene Hippo-Version von Irene Caras "What A Feeling". Die schönste Vermutung aus dem Hause Kebekus: "Das Alien könnte Luke Mockridge sein. Oder einer von den Ludolfs." Punktsieg für Luke Ludolf, den pelzigen Blue Man aus dem All.

Anschließend trat der Frosch an, sang ins hantel-ähnliche Mikro eine Version des Bee-Gees-Klassikers "How Deep Is Your Love?", dass Robin und Maurice unterirdisch rotierten, konnte jedoch selbst damit das Alpaka auf Abstand halten, dessen "Like A Virgin"-Versuch durchaus solide gelang. Waren es die kleinen Füße, wieder einmal, die hier im Spiel waren? Nicht zum ersten Mal wurden Schuhgrößen thematisiert, Namen wie Jasmin Schwiers und Cathy "Hummeln im Hintern" Hummels ins Spiel gebracht. Ach ja, und Nazan Eckes. Und Josefine Preuß. Ächz.

Die Liste der Verdächtigen ist lang

Wie schon in den ersten beiden Folgen hatte man die Favoritin, das kann man wohl durchaus so vollmundig behaupten, das Skelett, ins letzte Duell der Show verfrachtet. Und hier erwies sich auch die Katze kaum als ernstzunehmende Gegnerin. Am Song der Fellträgerin lag es kaum. Lionel Richies "Hello" brachte Ceylan immerhin zu der Einsicht, dass es sich hier um einen "Supersuperstar" handelt, Kebekus und Zietlow meinten denn auch zu wissen, um wen: Vicky Leandros, Birgit Schrowange, Maren Kroymann oder Mary Roos. Oder eben vielleicht doch ... Lena Vala-i-tis. Das Skelett jedenfalls exhumierte mit "Dirty Diana" einen exquisiten Jacko-Klassiker, so Wacken-kompatibel über die Rampe gebracht, dass Rapunzel Ceylan das Haupthaar hinunterließ und zum Headbangen auf den Tisch stieg. Die Liste der Verdächtigen wurde auch hier wieder einen halben Meter länger, mittlerweile stehen Helene Fischer, Marie Wegener, Beatrice Egli und Sarah Lombardi drauf.

Beim Alpaka kann man sich derlei Ratespielchen fortan sparen, denn am Ende erwischte es das laszive Lamatier. Wie schon bei Jochen Schropp in der letzten Sendung, lag auch hier wieder Bülent Ceylan richtig: Unter dem Kostüm, dem dicken, kam tatsächlich Sylvie Schweiß, Verzeihung, Sylvie Meis zum Vorschein. Ihre Füße, ihre kleinen, hatten sie schlussendlich verraten. Ein Geheimnis aus den anatomischen Details machte sie kaum: Schuhgröße 36 soll es sein. Kein leichter Job, auf so filigranen Füßen abzuliefern, wie Meis anmerkte: "Ich war müde nach der ersten Minute." Opdis trockene Replik: "Frag' mich mal." Nun denn, am nächsten Dienstag heißt es für ihn wieder: Wecker stellen. Die nächste Runde wartet.


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