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Selbstkritik Allzu weiße "Friends": Marta Kauffman über fehlende Diversität im Sitcom-Klassiker

Rachel, Ross, Monica, Joey, Phoebe und Chandler sind die "Friends"
Rachel, Ross, Monica, Joey, Phoebe und Chandler sind die "Friends"
© Warner Bros. Television/ / Picture Alliance
In einem Forum am vergangenen Wochenende sprach "Friends"-Co-Schöpferin Marta Kauffman unter anderem darüber, warum es in der Kult-Sitcom beispielsweise kaum schwarze Figuren gab.

Ob "Friends", "Sex and the City", "Die Nanny" oder die "Gilmore Girls" – wir alle haben vermutlich eine oder mehrere Sitcoms und Serien aus der Vergangenheit, bei denen uns schon das Intro nostalgisch werden lässt. Doch wer sich seine Lieblingsserien und -filme aus den vergangenen Jahrzehnten anschaut, wird feststellen, dass einige Dinge, wie sie dort gezeigt würden, ziemlich sicher nicht mehr so über unsere Bildschirme flimmern würden. Kaum Diversität, viel Sexismus, viel Rassismus – kurzum: So sehr wir sie auch lieben, unsere Sitcom- und Serien-Klassiker sind schlicht nicht mehr zeitgemäß.

Bereits seit Jahren werden Stimmen laut, die mehr Diversität in der Film- und Fernsehbranche fordern. Immer wieder rücken hier auch beispielsweise die Oscar-Verleihungen ins Sichtfeld der Kritiker, bei denen immer noch größtenteils weiße Schauspieler nominiert werden. Langsam, aber sicher scheint die Kritik bei den Verantwortlichen anzukommen. Zuletzt zeigte das ein Fernseh-Forum, bei dem am vergangenen Wochenende auch "Friends"-Co-Schöpferin Marta Kauffman zugegen war.

"Friends"-Schöpferin: "Ich wünschte, ich hätte damals gewusst, was ich heute weiß"

Laut dem US-Portal "Elite Daily" soll Kauffman sichtlich emotional gewesen sein, als sie über die fehlende Diversität bei "Friends" gesprochen habe: "Ich wünschte, ich hätte damals gewusst, was ich heute weiß. Ich hätte sehr andere Entscheidungen gefällt." In der Zukunft wolle sie aktiv daran mitarbeiten, dass das Fernsehen die gesamte Gesellschaft widerspiegele: "Wir haben Diversität in unserer Firma immer gefördert, aber ich habe nicht genug getan. Jetzt frage ich mich ständig: 'Was kann ich tun? Was kann ich anders machen?'"

Tatsächlich hatte es in allen zehn Staffeln der Sitcom nur zwei größere Rollen gegeben, die von nicht weißen Personen gespielt wurden. Julie, die Freundin von Ross in einer der früheren Staffeln, und Dr. Charlie Wheeler, in die sich sowohl Ross als auch Joey verliebten. In einem Interview mit dem britischen "Guardian" im Januar hatte Ross-Schauspieler David Schwimmer bereits gesagt, dass diese Besetzungen das Resultat sehr gezielter Anstrengungen seinerseits gewesen: "Ich war mir sehr darüber im Klaren, wie wenig divers die Show war und habe jahrelang dafür gekämpft, dass Ross nicht immer nur weiße Frauen datet."

Quellen: "Elite Daily", "The Guardian"

jgs

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