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ARD-Vorabendkrimi: Wolke Hegenbarth in "Alles Klara"

"Alles Klara" heißt die sechste neue Krimiserie, mit der die ARD zum Sturm auf den Vorabend bläst. Mit ihrem Start an diesem Donnerstag ist die "Heiter bis tödlich"-Vorabendreihe komplett. Bis jetzt waren die Einschaltquoten der Regional-Krimis noch nicht befriedigend.

Die neue Krimireihe "Heiter bis tödlich" sollte es richten am ARD-Vorabend: Mit komödiantischen Regional-Krimis wollte das "Erste" wieder mehr Zuschauer in das Werberahmenprogramm zwischen 18 und 20 Uhr locken. Doch von den drei Serien, die im Herbst 2011 starteten, konnte nur die bayerische Variante "Hubert und Staller" an der selbst gesetzten Traummarke von acht Prozent kratzen - 7,5 Prozent schauten im Schnitt zu. Genug, um eine zweite Staffel zu drehen, die in diesem Herbst starten soll. Um die beiden anderen Serien - eine aus Husum ("Nordisch herb" mit 6,4 Prozent) und eine aus Nordrhein-Westfalen ("Henker & Richter" mit 6,2 Prozent) - steht es nicht so glänzend. Da muss noch überlegt werden, ob und wie das fortgesetzt wird.

Nun sind die ersten Staffeln dieser "Heiter bis tödlich"-Vorhut bereits durch, und die zweite Krimi-Offensive am Vorabend läuft bereits: Auf dem Husum-Platz am Dienstag wird mittlerweile "Morden im Norden" betrieben, und mittwochs heiß es statt "Hubert und Staller" nun "München 7". Das Sextett komplett macht "Alles Klara" (als Nachfolger für "Henker und Richter"). Start ist an diesem Donnerstag um 18.30 Uhr, auch mit zunächst 16 Folgen - Fortsetzung offen.

Die Geschichten riechen weniger nach klassischem Krimi als nach spielerischer Boulevard-Komödiantik, mit Quedlinburg am Harz als malerischem Hintergrund. Das weckt doch gleich Erinnerungen an eine gute alte Bekannte - denn hatten wir das nicht schon mal, dass eine Polizeisekretärin ein bisschen pfiffiger zu sein scheint als ihr Vorgesetzter? "Adelheid" hieß wohl die Dame, und die unvergessene Evelyn Hamann gab ihr ihren ganzen trockenen Witz mit.

Strenge Chefin und der Verzicht auf Erotik

"Sie war großartig und einmalig, aber ich habe mich keinen Augenblick versucht gefühlt, sie in irgendeiner Weise zu kopieren oder ihr nacheifern zu wollen", betont "Klara"-Darstellerin Wolke Hegenbarth. Und ihre Beziehung zu ihrem von Felix Eitner gespielten Chef Paul Kleinert ist ganz anders als bei "Adelheid" die zum stets leicht depperten Heinz Baumann: "Der ist ein toller Polizist und würde die Fälle auch allein lösen. Klara bringt nur sehr viel weibliche Intuition mit, weiß zum Beispiel, ob bei einem Verhafteten Tränen echt sind oder nur gespielt..."

Viel Erotik blitzt zwischen beiden nicht auf. Darauf hatten sich die Darsteller schnell geeinigt. "Wir wollten nicht in neuer Variante "Der Bulle und das Mädchen" spielen. Und wenn der eine gerade mal zum Kuscheln aufgelegt ist, muss es nicht gleich auch der andere sein. Das macht oft auch die Komik dieser Konstellation aus", sagt Eitner. Über den Rest wacht die von Alexa Maria Surholt gespielte gestrenge Chefin Dr. Müller-Dietz.

Wolke muss Überzeugungsarbeit leisten

Eitner seufzt: "Ich bin laut Drehbuch von starken Frauen umzingelt, von Klara, der Müller-Dietz und auch noch von meiner Mutter." Kein Wunder, dass ihm da nach viel zusätzlicher Flirterei nicht mehr der Sinn steht und er als Single auf Quedlinburger Verbrecherjagd geht.

Die ARD setzt bei diesem Sturm auf den vermaledeiten Vorabend auf Geduld. Schon stehen weitere Serienkonzepte zum Test bereit. "Vor uns liegt noch ein langer, schwerer Weg, aber wir sind überzeugt, damit zum Ziel zu kommen", sagt ARD-Vorabendkoordinator Frank Beckmann. Obwohl auf diesem Sendeplatz die Konkurrenz stark ist und niemand wie selbstverständlich von seiner bisherigen Lieblingssendung zu einem "Heiter bis tödlich"-Krimi überwechselt. Aber auch das sieht Beckmann eher optimistisch: "Wir müssen eben mit viel Geduld und Ausdauer die Leute überzeugen, dass wir etwas machen, das besser ist als das, was sie bisher für gut befunden haben."

DPA / DPA