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Leo aus "Club der Roten Bänder": "Wir haben alle geweint"

Tragik, Mut und ganz viel Emotionen: Die Vox-Serie "Club der roten Bänder" holte zum Staffelfinale beste Zuschauerquoten ein. Der stern sprach mit Hauptdarsteller Tim Oliver Schultz, der für die Rolle Haare ließ.

Tim Oliver Schultz

Tim Oliver Schultz spielt in "Club der roten Bänder" den krebskranken Leo.

Starke Quoten für das Staffelfinale von "Club der roten Bänder": Die ungewöhnliche Serie über das Schicksal von schwerkranken Jugendlichen begeistert das Publikum. Zum Finale am Montag schalteten 2,7 Millionen Zuschauer die Vox-Eigenproduktion ein. Tim Oliver Schultz spielt darin den krebskranken Leo, der ein Bein verloren hat. Der stern sprach mit dem 27-jährigen Berliner über den Erfolg der Serie, die gerade verlängert wurde.

Herzlichen Glückwunsch zur zweiten Staffel. Wie haben Sie das Staffelfinale gestern erlebt?

Danke, ich freu mich sehr, dass es weiter geht. Wir haben das Staffelfinale vorab mit dem Team gemeinsam gesehen und das war total emotional. Wir haben alle geweint. Gestern hab ich es noch mit Familie und Freunden angeschaut. Es war etwas sehr Besonderes, die Geschichte lässt einfach niemanden kalt.

Was macht den Erfolg der Serie aus?

Ich glaube, dass es viele schön finden -  auf eine eigenartige Art und Weise - wenn man sein Leben überdenkt und vielleicht etwas dankbarer ist. Es berührt, sich von jungen, kranken Menschen Lebensweisheiten anzuhören und etwas Positives daraus zu ziehen. Ich bin mir auch bewusster geworden, wie dankbar ich für zwei gesunde Beine, einen denkenden Kopf oder Gefühle sein kann.

Ist es Ihnen schwer gefallen, sich für die Rolle von den Haaren zu trennen?

Das war schon hart. Ich dachte vorher, dass es total leicht wird. Aber als so weit war, hatte ich ganz schöne Hemmungen. Und es ist abgefahren, wie anders ich auf der Straße wahrgenommen wurde. Bekannte trauten sich nicht mich anzusprechen, weil sie dachten, ich habe Krebs.

Zur Vorbereitung haben Sie sich mit einem ehemaligen Krebspatienten getroffen. Gab es da Hemmungen?

Ich hab mir vorher schon überlegt, wie ich mit ihm umgehen soll. Mir war klar, dass ich da nicht mit Mitleid auftauchen kann. Es war dann ein sehr tiefgründiges, aber auch leichtes Gespräch. Er konnte mir viel über den Alltag im Krankenhaus sagen. Wir sind durch die Gänge der Onkologie gelaufen, in der er früher behandelt wurde. Er hat mir gesagt, dass es ein komisches Gefühl für ihn ist, weil es einerseits ein bisschen wie nach Hause kommen war, andererseits die ganzen furchtbaren Erinnerungen dran hängen. Gleichzeitig sei es auch mit die schönste Zeit seines Lebens gewesen, und das hat mich interessiert. Dass es eben nicht nur um Tod und Leid geht, sondern auch schöne Dinge entstehen.

Hat sich für Sie etwas verändert seit dem Erfolg der Serie?

Das werden wir jetzt sehen. Ich bekomme viel positives Feedback aus der Branche, das ist sehr schön. Aber wie sich das auf meine Karriere auswirkt  - da kann ich nur spekulieren. Ich kann nur hoffen, dass ich weiter so schöne Rollenangebote bekomme.


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