Geheimagentinnen und Geheimagenten, so hörte man es in Hollywood-Produktionen schon oft, dürfen niemals lieben, weil es sie angreifbar macht. Wie angreifbar, das bekommt Avery Graves (Kate Beckinsale) auf schmerzhafte Weise zu spüren. Sie wird davonlaufen, wird sich prügeln, wird viel Leid ertragen und ihre eigenen Prinzipien über den Haufen werfen müssen – alles für den Mann, den sie liebt. Es ist eine Beziehung, die in der Free-TV-Premiere "Canary Black" (2024) im ZDF-Montagskino auf eine harte Probe gestellt wird.
Avery Graves ist eine CIA-Agentin, eine der besten überhaupt, sagt ihr Chef. Kein Gegner zu stark, kein Auftrag zu kompliziert. Als sie eines Tages nach Hause kommt, ist ihr Mann David (Rupert Friend) weg. Entführt, wie es aussieht. Avery wird von dem Kidnapper kontaktiert: Sie soll ihr eigenes Land verraten und einen Datenstick mit dem Namen "Canary Black" stehlen. Falls sie scheitert oder sich weigert, den Auftrag auszuführen, werde man ihren geliebten David töten. Eine überaus heikle Mission, denn auf diesem Stick befinden sich hochsensible, gefährliche Informationen. Falls diese in die falschen Hände geraten, heißt es, könnten sie den Dritten Weltkrieg auslösen.
Kate Beckinsale verletzte sich bei den Dreharbeiten am Knie
"Canary Black" hält für erfahrene Agenten-Thriller-Fans wenig Neues bereit, viele Elemente kennt man bereits aus ähnlichen Produktionen – nicht zuletzt auch das Dilemma der Protagonistin, irgendwann gegen die eigenen Leute kämpfen zu müssen. An schönen Bildern (gedreht wurde überwiegend in Zagreb) und rasanter Action mangelt es in der Inszenierung von "96 Hours"-Regisseur Pierre Morel (Drehbuch: Matthew Kennedy) aber nicht.
Stellenweise wurde es beim Dreh offensichtlich sogar zu wild: Hauptdarstellerin Kate Beckinsale verletzte sich bei den Aufnahmen am Knie und zog deshalb auch gegen die Produzenten vor Gericht.
Canary Black – Mo. 08.06. – ZDF: 22.15 Uhr