DSDS-Mottoshow Seal, Sex und Bohlens Eier


Heidi Klums Mann besuchte DSDS, weigerte sich aber, anzügliche Sätze nachzusprechen. Einige Kandidaten hatten damit weniger Schwierigkeiten und breiteten bereitwillig ihr Sexleben aus. Die Nackteste von allen zettelte fast eine kleine Schlägerei an.
Von Johannes Gernert

Das Motto der dritten DSDS-Show war Geschlechtertausch. Passend dazu bot Dieter Bohlen, der Oberjuror im neonpinken Strahle-Anzug, eine Hodenhalbierung an. Wenn Dominik Büchele, einer seiner Lieblingskandidaten, nicht weiterkomme, dann "können sie mir ein Ei abnehmen", sagte er. Soweit kam es nicht. Bohlen bleibt vorerst zweieiig.

Es ging diesmal noch ein wenig zotiger zu als sonst schon immer. Gleich zu Beginn bat Moderator Marco Schreyl den Stargast und Heidi-Klum-Ehemann Seal, er möge einmal auf deutsch "Lass uns schlafen gehen, Heidi" sagen, oder "Jawoll, Heidi". Seal schwieg tapfer.

Wenig später berichtete der Kandidat Benny Kieckhäben von seinem ersten Mal mit einem gewissen Marcel, seinem besten Freund, ähnlich extravagant Vokuhila-frisiert wie Kieckhäben selbst. Sie seien immer "die zwo Schwule uff de Schule" gewesen. Ein Paar sind sie aber nicht und mittlerweile, erzählt Kieckhäben, werde er auf Damentoiletten, die er gern besuche, immer von Mädchen umschwärmt. Der Kollege Daniel Schuhmacher dagegen beklagte sich darüber, dass er immer als "Schwulmacher" gehänselt worden sei. Er outete sich bei der Gelegenheit als Hetero. Prompt flog ihm eine schwarze Damenunterhose zu.

"Hier wird nicht getrickst"

Sexuell selbstbewusst trat auch Kandidatin Annemarie Eilfeld auf, die in der Vorwoche beim Singen die Kleider hatte fallen lassen und die Zwischenzeit nutzte, um Halbnacktaufnahmen für die "Bild"-Zeitung zu machen und außerdem ein wenig gegen den fränkischen DSDS-Konkurrenten Holger Göpfert zu stänkern. Der hatte sich bei der zweiten Mottoshow ins Herz der Zuschauer gezappelt. Wenn sie einen rauswerfen könnte, sie würde Göpfert nehmen, verkündete Eilfeld, weshalb es auf dem Kandidaten-Sofa danach fast zu einer kleineren Rangelei gekommen wäre. Die übrigen Mitstreiter trennten Göpfert und Eilfeld voneinander. Es folgte eine Entschuldigung. Das RTL-Kamerateam habe sie mit einem Trick hereingelegt, behauptete Eilfeld und umarmte Göpfert versöhnlich, der sich auch an diesem Abend vorwiegend winkend präsentierte, wie ein Politiker auf Wahlkampftour. Der Moderator musste dann noch kurz korrigieren: "Hier wird nicht getrickst, hier läuft alles glatt."

Die Partnersuche für Cornelia Patzlsperger, die Frau mit der Harfe, gestaltete sich dagegen etwas schwierig. Bohlen schlug zwei Witzfiguren vor, von denen er Bilder zeigte, empfahl dann aber seinen Mit-Juror Volker Neumüller - mit dessen Möhre und seinen beiden Kartoffeln. In diesem Stil witzelten sie heiter im Genitalbereich herum. Bohlen hatte Neumüller vorher auch schon unterstellt, er sei paarungsbereit, nachdem das "Bild"-Busenfräulein als Cowgirl aufgetreten war - und den Song "All Summer long" von Kid Rock vorgetraten hatte. Ja, tatsächlich, gesungen wurde auch, in den kurzen Unterbrechungen zwischen den Doku-Sex-Soap-Elementen.

"So bunte, so schräge Kandidaten"

Zusammenfassend lässt sich dazu eigentlich nur sagen: Alles weitestgehend "megamegamegamegageil" (Neumüller), "Hammer" (Eichinger) oder "sehr, sehr gut gemacht" (Bohlen). Wenn es mal nicht so lief, wie bei Holger Göpfert, den die Sofa-Streitigkeiten und das viele Winken offenbar ein wenig verwirrt hatten, dann verzichtete die Jury großmütig darauf, auf den Gesang allzu genau einzugehen. "Holprig" nannte ihn Jury-Mitglied Nina Eichinger ganz kurz. Und seine Performance erinnerte Bohlen ein wenig an "Kniebeugen im Gurkenfeld". Dass er die Töne meist höchstens aus Versehen zu treffen schien: Was soll's.

Von Göpfert wollen ja alle noch sehen, wie der Nichtschwimmer in den nächsten Wochen sein Seepferdchen macht. Dafür bekam "Captain Entertainment" (Schreyl), die entsprechenden Flügelchen und einen Kurs geschenkt. Da wäre es nicht ganz zielführend gewesen, Göpferts Abwahl zu empfehlen. "Noch niemals hatten wir so bunte, so schräge Kandidaten", bilanzierte Schreyl. Warum sollte man einen der Schrägsten jetzt schon loswerden wollen?

Dschungelcamp-Empfehlung

Die Jury entschied sich dann in ihrer Prognose gegen den "Paradiesvogel" Benny Kieckhäben. Es sei schließlich kein Tuntenball und keine Transenshow, was man hier veranstalte, sagte Bohlen. Kieckhäben hatte zum Bericht über seine Entjungferung "Like a Virgin" von Madonna gesungen und sich dazu mit Brautstrauß und Schleier in Szene setzte. Er solle mal lieber gleich ins Dschungelcamp, schlug Bohlen vor, und spielte damit auch auf den ehemaligen DSDS-Teilnehmer Daniel Küblböck an, der ähnlich sexuell unentschlossen aufgetreten war, und später als Star aus dem RTL-Lager rausgeholt werden wollte.

Kieckhäben durfte am Ende bleiben - trotz Jury-Votum. Die Zuschauer wählten stattdessen Cornelia Patzlsperger und ihre Harfe ab. Wahrscheinlich waren die beiden einfach nicht schräg genug.


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