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Skandal um DSDS: Kandidat wirft RTL Schiebung vor

Obwohl sie die Töne besser traf als manch einer der Mitkandidaten, musste Dascha Semcov die Superstar-Show verlassen. Jetzt wirft Noch-Kandidat Nevio Passaro dem Sender gezielte Beeinflussung vor.

Nur die hauseigene Konkurrenz "Wer wird Millionär" hatte zwei Prozent mehr Zuschauer: Mit 20 Prozent Einschaltquote war "Deutschland sucht den Superstar" am Samstagabend der Quotenhit für RTL.

Darüber könnte sich RTL eigentlich freuen. Aber die negativen Schlagzeilen folgen sogleich: Ausgerechnet einer der vielversprechenden Kandidaten der Sendung, Nevio Passaro, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Sender, die Technik, die Regie und die Jury: "Bei der ersten Motto-Show haben einige Kandidaten objektiv kaum einen Ton getroffen. Trotzdem gab es für diese Kandidaten zum Teil euphorisches Lob", sagt Passaro gegenüber der "Bild am Sonntag".

Auch am Ton werde herumgetrickst, so Passaro. "Manche Sänger sind naturgemäß leiser, andere haben eine lautere Stimme. Erstaunlicherweise sind manchmal die eher leisen Stimmen auf der Bühne lauter - und damit präsenter - als die stärkeren." Offen gibt der 26-jährige Neustädter zu, dass er sich ja eigentlich nicht beschweren könne, da er selbst zu den Leuten, die von der Jury gefördert werde, gehöre. Allerdings wünsche er sich einen fairen Wettkampf.

Reaktion von RTL: Sendersprecher Christian Körner wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Jury sei unabhängig, jedes Jury-Mitglied urteile rein subjektiv. "Jeder Kandidat bekommt die gleiche Chance. Die Kandidaten werden alle gleich behandelt, das ist das Konzept der Show". Denn schließlich liege die Entscheidung über das Weiterkommen der Kandidaten allein beim Zuschauer. "Sie - und nicht RTL oder die Jury - wählen ihre Favoriten in die nächste Show."

Dass die Zuschauer sich zumindest nicht offensichtlich von der Jury beeinflussen lassen, zeigten die vergangenen Mottosendungen: Schließlich kassierte Kandidat Stephan Darmstadt für seinen Auftritt massive Kritik von allen drei Juroren - die Fernsehgucker sahen das anders. Es fanden sich genug Leute, die für Stephan stimmten, er dürfte bleiben. Nach Carolina Escolano musste auch Dascha Semcov gehen. Obwohl Juror Heinz Henn nach ihrer Performance von "Manic Monday" beteuerte, er würde auf einem Konzert genau das hören wollen, was Dascha gezeigt habe, konnte die 17-jährige Erfurterin damit nicht genug für sie stimmende Anrufer aktivieren.

Doch sie Dascha bleibt zuversichtlich. Gleich nach ihrer Abwahl bei DSDS in der Nacht zum Sonntag kündigt sie an: "Ich werde weitermachen." Dass ihre Zeit bei der Show in Köln abgelaufen ist, konnte sie erst nicht recht begreifen. Sie hatte sich nach der positiven Bewertung der Jury um Dieter Bohlen ganz sicher gefühlt. Am Ende entschieden die Zuschauer, die sie mit ihrer Version von "Manic Monday" der Bangles nicht überzeugt hatte. Allerdings hatte die 17-Jährige sich auf diesen Fall vorbereitet. Sie werde zwei Tage weinen und dann das Sprungbrett der Fernsehshow nutzen. "Vielleicht melde ich mich bei Viva."

kbu