HOME

"Flucht durch die Berge" im ZDF: Baller-Kino mit Diane Kruger

Auch Diane Kruger braucht mal Geld. Das dürfte der Grund sein, warum sie beim Machwerk "Flucht durch die Berge" mitspielt, der am Montag im ZDF zu sehen war.

Diane Kruger spielt eine Journalistin, die aus den Fängen skrupelloser Taliban befreit werden muss

Diane Kruger spielt eine Journalistin, die aus den Fängen skrupelloser Taliban befreit werden muss

Staubige Pisten, schwarze Geländewagen, ab und zu einmal ein primitives, weißes Flachdachhaus, sonst nur Sand, Sand, Sand und Steine. Solche Ausblicke aus der Luft kennen TV-Zuschauer aus den Abendnachrichten, wenn Kamera-Drohnen über den Mittleren Osten schweben. Das trostlose Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan ist Schauplatz des Actiondramas "Flucht durch die Berge". Dieses Mal verteidigt nicht die Bundeswehr, sondern eine Spezialeinheit der französischen Armee am Hindukusch die Freiheit der westlichen Welt.

Diane Kruger, Hollywood-Star mit deutschen Wurzeln ("Troja"), spielt die französische Journalistin Elsa Casanova, die sich früher kritisch mit dem Afghanistan-Einsatz auseinandersetzte, nun aber als Geisel aus den Händen skrupelloser Taliban vom Militär befreit werden muss. "Ich will, dass sie lebend herausgeholt wird", sagt der Staatspräsident. 60 Elitesoldaten rücken aus. Eigentlich könnte nach einer halben Stunde schon ein Happy End stehen, als die Tür zu Elsas Verlies mit den Worten "Französische Armee!" eingetreten wird.

Hetzjagd, Ballerei und verblutende Menschen

Doch die Spezialeinheit schafft es nicht rechtzeitig, mit den Zivilisten zum vereinbarten Treffpunkt mit den Helikoptern vorzudringen und verliert zudem die Funkgeräte. Die blonde Reporterin und das halbe Dutzend von Draufgängern haben keine Wahl: Sie müssen sich quer durch das Gebirge wagen, ein schier endloses Niemandsland. "Wir haben den Auftrag, Sie zurückzubringen. Und das werden wir!" Elsa entsetzt: "Sie sind ja vollkommen verrückt!" Ihnen immer auf den Fersen ist der "Schlächter von Kabul", Ahmed Zaief (Raz Degan). Was folgt, ist ein steter Wechsel zwischen Hetzjagd, Ballerei und verblutenden Menschen.

Das ZDF zeigt am späten Montagabend häufig Spielfilm-Importe. Darunter sind gewiss oft Perlen. Dieses französische Machwerk aus dem Jahr 2011 zählt nicht dazu. Der nach Videospiel klingende Originaltitel "Special Forces" passte eigentlich besser als die Eindeutschung "Flucht durch die Berge".

Man muss sich bei diesem zähen Baller-Film fragen, was ärgerlicher ist: Die hohlen pathetischen Dialoge ("Ich garantiere, euch wird das Wasser im Arsch kochen. Ihr werdet Donnersalven herausjagen und hinten Blitze furzen, dass es nur so kracht."), die lahme Handlung, die blutrünstige Ego-Shooter-Ästhetik oder die billigen Anleihen beim Kriegsdrama "Platoon". Am eindrucksvollsten von allem sind noch die Luftaufnahmen. Gedreht wurde der Film in Dschibuti, in Tadschikistan und in Frankreich.

Christof Bock/DPA / DPA