HOME

Stern Logo Germany's Next Topmodel

"Germany's next Topmodel" 2011: Schuhtick, Zwangsjacke und ein Abschied

Sympathie allein reicht nicht aus - auf dem Catwalk muss man auch schauspielern können. Diese Lektion lernte "GNTM"-Kandidatin Marie Luise am Donnerstagabend. Die Jury schmiss den "Körperklaus" aus dem Modelhaus.

Von Jens Wiesner

Dass Frauen mitunter eine intimere Beziehung mit dem Inhalt ihres Schuhschranks führen als mit ihrem Partner, ist spätestens seit "Sex and the City" bekannt. Wenig überraschend also, dass sich auch Heidi Klums Castingshow "Germany's next Topmodel" am Donnerstagabend des Themas annahm.

In einem Werbefilm für fesche Fußbekleidung sollte das schauspielerische Talent der Modelanwärterinnen auf die Probe gestellt werden. Regisseur Thomas Joop skizzierte den Auftrag gewohnt lakonisch: "Du spazierst hier so rein, nimmst den Schuh, und dann passiert so 'ne Magie zwischen euch." Doch mit Magie auf Knopfdruck ist es nun mal so eine Sache. Letztlich wollte es nur Amelie und Sihe gelingen, ihrer gespielten Begeisterung angemessenen Ausdruck zu verleihen.

Horror in der Umkleidekabine

Amelie kreischte und schluchzte gar derart überzeugend, dass ein Rudel Teenies auf einem Justin-Bieber-Konzert dagegen als dezent durchgegangen wäre. "Ich hab mir Bilder in der Gummizelle vorgestellt - irgendwas vom 'Exorzisten' und hab's nachgespielt", verriet das Mitglied einer Theater-AG später. Die 18-jährige Sihe brachte die Schuhverrücktheit indes auf ein völlig neues Level: Die Umkleidekabine wurde für die Bremerin zur Gummizelle. In eine Zwangsjacke gesperrt ließ sie ihren Emotionen freien Lauf - und trat dabei ein Loch in die Wand. "Das passiert, wenn man richtig in der Rolle drin ist", kommentierte die blonde Asiatin.

Saft- und kraftlos geriet hingegen das Schauspiel von Topmodel-Aspirantin Marie Luise. Obwohl die 21-Jährige zuvor noch Schauspielnachhilfe bei Konkurrentin Amelie genommen hatte, konnten ihre Szenen zu keiner Zeit überzeugen und wirkten eher wie eine schwache Parodie. Für Marie Luise, die wegen ihres mangelnden Bewegungstalents bereits als Wackelkandidatin galt und sich selbstironisch "Körperklaus" nennt, besiegelte der Auftritt das Aus. "Natürlich kann man viel mit der Kamera retten, doch das was wir von ihr verlangt haben, konnte sie nicht umsetzten", urteilte Thomas Joop. Die Jury um Heidi Klum sah es ähnlich und beförderte Marie Luise vor die Tür. Die nahm ihren Rausschmiss erfrischend gelassen hin: "Zum Abschied sag ich leise Scheiße", kommentierte sie und schritt von dannen.