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Kritik an "Germany's next Topmodel": "Völlig unangemessene Benachteiligung"

Sie träumen von einer Karriere als Supermodel - doch stattdessen werden sie von Agentur und Sender ausgenutzt. So sieht es zumindest der Verband lizenzierter Modellagenturen, dessen Geschäftsführer die Verträge der "Germany's next Topmodel"-Kandidatinnen scharf kritisiert.

Zu hohe Agenturprovisionen, zu wenig Geld für die Kandidatinnen: Der Verband lizenzierter Modellagenturen hat die Verträge für die Teilnehmerinnen am ProSieben-Wettbewerb "Germany's next Topmodel" kritisiert. In der neuesten Ausgabe des "Zeitmagazins" sagte der Verbandsgeschäftsführer, Dirk-Rainer Finkenrath, die Verträge mit den Kandidatinnen seien "das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind".

Er sprach von einer "völlig unangemessenen Benachteiligung der Teilnehmerinnen". Finkenrath, dem laut "Zeitmagazins" Verträge vorlagen, die der Sender und die Tochterfirma Redseven Artrists vor drei Jahren mit den jungen Mädchen abgeschlossen hatten, bemängelte, dass die Agenturprovisionen zu hoch angesetzt seien und nur dem Sender zu Gute kämen. "Die Verantwortlichen von "Germany's next Topmodel" gehen verantwortungslos mit den Träumen junger Mädchen um." Nico Wirtz, Geschäftsführer der Agentur Redseven Artrists, die die Kandidatinnen nach Ende der Show betreut, weist die Vorwürfe zurück. "Das ist Quatsch!", so Wirtz im "Zeitmagazin".

Zwei ehemalige Kandidaten schlossen sich laut "Zeitmagazin" der Kritik an: Fiona Erdmann, die vor drei Jahren Vierte wurde und sich mit Hilfe eines Anwalts aus dem Vertrag habe lösen können, sagte auf die Frage, ob sie ihrer Tochter erlauben würde, bei dieser Show mitzumachen: "Nein. Das würde ich ihr verbieten." Hana Nitsche, die vor drei Jahren den dritten Platz belegte, meinte: "Ich habe mich eher wie eine Angestellte von ProSieben gefühlt, nicht wie ein Model, das von einer Agentur vertreten wird."

ProSieben-Unternehmenssprecher Christoph Körfer begegnet der Kritik gelassen: "Getretener Quark wird breit - nicht stark. Monat für Monat beschweren sich dieselben zwei Mädchen, die man ohne ihre Auftritte in 'Germany's next Topmodel' nicht kennen würde, in einem anderen Medium", so Körfer zu stern.de. "Fakt ist: Die meisten Mädchen sind sehr zufrieden, weil die Verträge branchenüblich und fair sind. Viele Mädchen haben ihre Verträge schon verlängert."

Gewinnerin der am 10. Juni zu Ende gegangenen fünften Staffel von "Germany's next Topmodel" wurde die Oberösterreicherin Alisar Ailabouni.

DPA/jum / DPA