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"Der Klügere kippt nach": Ich bin ein Star - ich trink das aus

Promille-Plaudereien auf der Reeperbahn: Zum Start der 2. Staffel des Trinker-Talks auf "Tele 5" hatte Hugo Egon Balder in die Kiez-Kneipe "Zwick" geladen  - stern-Autor Ingo Scheel hat mitgetrunken.

Hugo Egon Balder, Wigald Boning, Hella von Sinnen und Désiré Nick in "Der Klügere kippt nach"

Wigald Boning, Hella von Sinnen, Désirée Nick und Hugo Egon Balder (v.l.) in "Der Klügere kippt nach"

Am Montag auf St. Pauli ist nichts los? Von wegen. Schon in der U-Bahn spricht mich eine Klassenfahrt-Gruppe aus Baden-Württemberg an, wo denn die Reeperbahn sei. "Mir nach", sag ich. "Ich muss da auch hin". Die Rolltreppe rauf, unter den tanzenden Türmen verabschiede ich mich von den Jungs. Die Baseballkappen-Träger ziehen weiter Richtung Lehmitz, ich geh ins Zwick. Der Laden am Kopfende der Reeperbahn ist rappelvoll, die Hausband spielt sich durch Gassenhauer aus einer Zeit, da Ringo, Paul und die anderen hier noch in Etagenbetten hinterm Bambi-Kino gepennt haben. Am Keyboard der Meister selbst, Hugo Egon Balder, der an diesem Abend zum Live-Fernsehen geladen hat. "Der Klügere kippt nach“ heißt die Sendung, die 2. Staffel der "Tele 5"-Show feiert an Ort und Stelle ihre Premiere. Der Stimmungspegel im Publikum ist noch nicht ganz im roten Bereich, die ökonomisch bekleideten Servicekräfte haben ein Gegenmittel und verteilen Kurze aus Flaschen mit der Aufschrift "Erste Hilfe".

Ein Pressekollege fragt Balder nach dem Set, was er von Desirée Nick hält, die nun neben Hella von Sinnen, Wigald Boning und seiner selbst das Moderatoren-Quartett ergänzt. Balder gibt sich nonchalant. "Ist doch herrlich, eine Frau mehr, die auf die Kacke haut". Als hätte die Besagte es gehört, schwebt sie durch den Haupteingang hinein. Die Dschungelkönigin schlendert an mir vorbei, unsere Blicke treffen sich, La Nick haucht mir ein "Hallo" entgegen, als hätten wir im Dschungelcamp schon zusammen am Lagerfeuer über Harry Wijnvoord getratscht. Der Abend kann nur noch gut werden. Und in der Tat. Beim Warm-Up gibt Balder die Losung aus: "Lachen Sie, auch wenn es nicht lustig ist“. Bei der Fallhöhe muss die Nummer doch gelingen. Darauf noch `ne "Erste Hilfe“".

Autogrammkarten von Uwe Barschel

"Sehen meine Haare von hinten nicht aus wie Hund?“, koddert die von Sinnen eine Regie-Assistentin unmittelbar vor der Live-Schalte an. Nein, möchte ich ihr sagen. Tun sie nicht. Aber von vorne sieht das ganze ein bisschen aus wie Udo Walz, der als Hella von Sinnen zum Fasching geht. Die Zeit haben wir aber nicht mehr, die Traute besitze ich eh nicht und die Sendung geht schon los. "Moderator" Wigald Boning, der von Natur aus so belustigt aussieht, als hätte er die ganze Zeit Fips Asmussen im Gehörgang, hat Autogramm-Karten aus seiner Sammlung mitgebracht. Über irgendwas muss man ja reden. Derweil haben sich neben mir zwei Schnapstrinkerinnen breitgemacht, die unbedingt noch Currywurst mit Pommes essen müssen und mir meinen Pulli in Ketchup tunken. Hastige Entschuldigung. "Mann, und es ist erst Montag", sagt die eine, düster ahnend, dass der Spaß morgen im Büro nicht mehr so lustig sein wird und der Kater sich mindestens bis Mittwoch ziehen dürfte.

Derweil zieht Boning alle Register, zeigt Autogrammkarten von Uwe Barschel, Tebartz-van Elst und Dieter Bohlen. Während La Nick von ihrem Wunsch erzählt, einmal Dieters Hoden sehen zu wollen, zieht Boning ein Bildchen von Eva Hermann aus dem Mäppchen. Der Zufall will es, dass die Nick exakt das gleiche Outfit trägt wie die Ex-Tagesschau-Diseuse auf dem Foto aus den tiefen 80ern. Junge, hier ist was los. Gut, dass der erste Werbeblock für Entspannung sorgt. Vor der Tür des "Zwick" wird hastig geraucht. Hella von Sinnen steht unmittelbar vor mir, tritt zurück, mir dabei schmerzhaft auf den Fuß, dreht sich um, setzt zur Entschuldigung an, um mich unmittelbar darauf anzumotzen. Ich hätte ja selbst schuld, schließlich würde ich hinter ihr stehen. Meine Herren, das schimpft sich nun Pause. Ich hinke wieder hinein, stürze zwei "Erste Hilfe", ordere ein großes Bier bei der Frau mit dem Handgranaten-Tattoo im Dekolletée, da geht es auch schon weiter.

Viel Alkohol und Pimmelwitze

Mittlerweile hat die von Sinnen ihre Stiefel ausgezogen und spielt unterm Tisch, einem riesigen Bierfass, mit ihren knubbeligen Füßchen, Balder trinkt Bier mit Salz, die Nick hält sich an Eierlikör schadlos. Es folgen ein paar Pimmelwitze, Desirée Nick fantasiert von Lesben-Darkrooms, die "Maiskolben" und "Zur Gurke" heißen. Frau von Sinnen keckert schrill, während sie mit dem Strohhalm "Cuba Libre" inhaliert und dabei ein wenig aussieht, wie Stephen Hawking, der ins Mikro spricht. "Dabei ist doch erst Montag", stammelt meine Sitznachbarin zum vierten oder fünften Mal und dreht sich dabei um sich selbst. In der Tat, denke ich, und ordere noch ein großes Bier. Wieder Werbepause, der Regisseur hält ein Pappschild mit der Aufschrift "Mehr trinken" hoch. Was für ein Fest. Warum hat man bei der Suche nach einer geeigneten "Wetten, dass ..?"-Nachfolge eigentlich nicht ein Mal diese televisionäre Perle in Betracht gezogen? Naja, was nicht ist, kann ja noch werden.

Und Hugo Egon Balder? Der Mann ist natürlich ein alter TV-Hase und merkt, dass die Stimmungskurve sich gegen Ende leicht nach unten neigt. "Eine Runde für alle", trompetet er in den Saal, das Publikum johlt. Binnen Sekunden tragen die Zwick-Mätressen Tabletts mit gefüllten Schnapsgläsern durch die Reihen. Ich greife mir eines ab, das wässrige Zeug schmeckt wie eine Mischung aus "Kleiner Feigling" und Batteriesäure. Lecker! Auf dem Rückweg schnappe ich mir gleich noch einen. Die Talkrunde torkelt in den Endspurt. Ein bisschen Fifa, noch ein Witz aus dem Unterboden-Bereich, irgendeine fiebrige Fantasie von Schamhaaren, Filzläusen und Hipster-Bärten, die Jungs hinterm Tresen lächeln säuerlich, da neigt sich das Live-Event auch schon dem Ende entgegen.

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören? Gut zu wissen, dass in der kommenden Woche Karl Dall, dazu die Erdbeere und die Zitrone aus Balders Titten-Klassiker „Tutti Frutti“ die Runde bereichern werden. Abmoderation, die Nick leckt ins Eierlikör-Glas, Balder inhaliert die Neige aus der Biertulpe und Hella von Sinnen formt mit den Händen etwas, das wohl eine Vagina darstellen soll und leckt mit ausgestreckter Zunge dazwischen. Prösterchen. Und dabei haben wir erst Montag.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(