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Jörg Kachelmann: ARD schließt TV-Comeback vor Prozessende aus

Seit Freitag moderiert Jörg Kachelmann wieder die Wettervorhersage - bei Radio Basel. Die ARD schließt ein Comeback ihres einstigen Wettermanns dagegen aus - zumindest, bis das Urteil im Vergewaltigungsprozess feststeht.

Ein Comeback von Wettermoderator Jörg Kachelmann in der ARD ist vor der Urteilsverkündung weiter ausgeschlossen. "Wir werden das Prozessende abwarten, bevor wir uns dazu äußern", sagte eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion am Montag auf Anfrage. Am Freitag war Kachelmann bei Radio Basel zu hören und damit das erste Mal seit seiner Festnahme wieder als Wettermoderator tätig.

Kachelmann steht seit Anfang September vor dem Landgericht Mannheim, weil er seine Ex-Freundin vergewaltigt und mit einem Messer bedroht haben soll. Der 52-Jährige bestreitet die Tat. Der Prozess soll sich noch bis ins Frühjahr ziehen.

Die ARD hatte bereits nach der Freilassung Kachelmanns aus der Untersuchungshaft vor rund sechs Monaten verkündet, eine Entscheidung über die künftige Zusammenarbeit mit dem Chef des Wetterdienstes Meteomedia nicht vor dem Urteil zu treffen. Vor seiner Festnahme hatte Kachelmann unter anderem das Wetter in den "Tagesthemen" und auch vor der "Tagesschau" angesagt.

Dagegen schließt Kachelmann auch im deutschen Radio eine Rückkehr ins Berufsleben als Wettermoderator nach Medieninformationen vom Sonntag nicht mehr aus. Das sagte Urs Knapp, Sprecher von Meteomedia. Über ein Wiedersehen im Fernsehen fügte Knapp an: "Man soll nie nie sagen."

Der Chefredakteur von Radio Basel, Christian Heeb, sagte am Sonntag, solange Kachelmann nicht verurteilt sei, gelte weiter die Unschuldsvermutung: "Wieso soll er auf seinen Job verzichten? Dies ist keine PR-Geschichte." Kachelmann moderierte um 12.40 Uhr am Freitag in feinstem Schweizerdeutsch das Winterwetter auf dem Sender, mit dem er seit eineinhalb Jahren einen Vertrag hat.

DPA / DPA