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"Let's Dance" Plattfuß Ulli kämpft gegen die heiße Olle aus Russland

Ulli Potofski beweist, dass man auch weiter kommen kann, ohne Tanzen zu können. 
Ulli Potofski beweist, dass man auch weiter kommen kann, ohne Tanzen zu können. 
© Rolf Vennenbernd/DPA
Wanderdüne Ulli Potofski hat verdient einen Minusrekord in der Wertung aufgestellt. Aber die Fans retten den Trampel. Gefahr droht ihm von der Rache aller Dance geschädigten Ehemänner: Die stimmen geschlossen für die scharfe Ekaterina.
Von Marie van den Benken

Diese Woche heißt das Motto bei "Let's Dance" Around the World. Und international ist vor allem die Jury: Jorge González (Kuba) wollte den Brückentag eigentlich im Bett verbringen, muss dann aber doch arbeiten. Anscheinend fehlte ihm aber die Zeit zum Umziehen. Er kommt im Nachthemd. Motsi Maboobie (Südafrika) dagegen trumpft mit einem Dekolleté auf, bei dem selbst Sophia Wollersheim zu Hause auf der Couch hektisch anfängt, die Nummer ihres plastischen Chirurgen raus  zu kramen.

 Die einzige Konstante ist mal wieder Joachim Llambi aus der Tanzhochburg Duisburg. Sein grauer Zweireiher mit weißem Einstecktuch sollte wie immer eigentlich James Bond sein, ist aber nur die Altkleidersammlung von Jens Riewa. Ein Rekord für die Ewigkeit wird auch noch gebrochen. Drei Mal ein Punkt. Das gab es in allen Staffeln vorher noch nie. Wer diesen Rekord aufstellt, möchte ich aber erst später verraten. Das wird eine Ulliraschung!

Sylvie du mir, so ich dir

 Weniger überraschend: Jedes Mal, wenn Sylvie Meis mit dem Aufruf, 10.000 Euro zu gewinnen, in die Werbepause abgibt, springt im Publikum der Warm-Upper auf und zwingt die Zuschauer im Studio auszuflippen. Manchmal wirkt es, als wäre Sylvie von dem daraus resultierenden Applaus-Orkan fast ein bisschen verängstigt. Was alles passieren kann, wenn zu viel geklatscht wird, kennt sie ja aus der letzten gemeinsamen Silvesternacht mit Rafael van der Vaart.

 Trampel und Giganten 

Bevor aber irgendwer irgendwas gewinnt, müssen die Promis erst mal ihre Tänze abliefern. Das gelingt ihnen in dieser Woche so:

1. Victoria Swarovskis Rippe ist immer noch gebrochen. Dennoch tanzt sie den Jay Gatsby-Gedächtnis-Charleston wieder sehr engagiert. Charleston gilt übrigens als der Tanz, der versehentlich erfunden wurde, als ich bei der letzten "stern" Weihnachtsfeier vier Stunden vor der Damentoilette anstehen musste. Die meisten Nicht-Profitänzer hätten sich bei diesem Tanz beide Beine verknotet. Victoria nicht. Sie beschert Jorge einen "zittändä Tohrso" und kassiert 28 Punkte.

 2. Alessandra Meyer-Schmuckdesign kommt in Neon Grün und sieht daher während ihres Merengue ein bisschen aus wie ein tanzender Textmarker. Leider hinterlässt sie keine bemerkenswerten Highlights. Durch die 500.000 Fransen an ihrem Kleid ist aber wenigstens die Tanzfläche wieder schön sauber.

 3. Sarah Lombardi, immerhin mit lupenreinen je 30 Punkten aus den letzten zwei Shows im Gepäck, tanzt in Bollywood-Montur. Ihr Tanzpartner Robert Beitsch ist offensichtlich nebenberuflich noch Gynäkologe, denn er schwärmt: "Ich entdecke noch so viel in Sarah". Die Jury entdeckt auch etwas, nämlich 27 Punkte.

4. Stehblues-Weltmeister Ulli Potofski, der sich wieder mit dem Bewegungsradius einer Bohrinsel über das Parkett wälzt, zeigt sich solidarisch zu Victoria Swarovski und tanzt, als hätte er alle Rippen gebrochen. Und die Füße. Tatsächlich habe ich bei ihm immer diese Angst, ein besorgter Notarzt stürmt plötzlich auf die Bühne und beginnt mit einer Reanimation. Langsam versteht die Jury keinen Spaß mehr und vergibt den Minusrekord: 3 Punkte.

5. Julius Brink hat wieder seine Geheimwaffe dabei. Auch heute denkt man wieder kurz "Hä? Tanzen die jetzt bei GNTM?" – es ist aber nur seine Partnerin, die modelnde Tänzerin Ekaterina Leonova mit dem Hang zu freizügigen Outfits. Sie ist seine Anrufgarantie. Die Rache von leidenden Ehemännern, die zu "Let's Dance" gezwungen werden: Wenn ich mir das schon jeden Freitag reinziehen muss, dann rufe ich wenigstens für diesen Julius an, damit ich die heiße Olle noch mal sehen kann. Und es wird auch im Einspieler schon schlüpfrig, als eKat ihm ein paar Trainingstipps gibt: "Ich muss vor deinem Po sein, weil sonst lande ich mit der Nase in deinem Arsch". Was klingt, wie Regieanweisungen für einen Porno, sind Vorbereitungen für den Lindy Hop. Das ist kein Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre über die Hip Hop Qualitäten von Udo Lindenberg, sondern ein Tanzstil aus den 30er Jahren. Jorge jedenfalls ist begeistert: "Ti Häbbähfiguuh was du ha gemah iss säh schwirrik".

 6. Eric Stehfest kommt als Men in Black und legt einen Hip Hop aufs Parkett, bei dem selbst Tommy Lee Jones 10 Punkte vergeben würde. Viele Zuschauer wünschen sich, Eric könnte vielleicht Sylvies Satz "Ich hab hier einen Reisekoffer mit 10,000 Euro, damit kann man schön traveln" blitzdingsen. Das passiert leider nicht, Will Stehfest und Eric Smith kassieren dennoch 30 Punkte.

 7. Jana Pallaske versucht es sexy, oder wie Jorge Gonzáles sagt: "seggsieh". Der Lambada gelingt, obwohl Tanzpartner Massimo sich erneut als Erstes sein Hemd vom Körper reißt. Jana verrät, dass sie am Tag des Mauerfalls auch Lambada getanzt hat. Heute tanzt sie ihn wieder. Jana Pallaske, Lambada und die DDR – eine Geschichte voller Missverständnisse. Apropos Missverständnis: Sylvie Meis hat während der vorherigen Werbepause noch kurz eine Ausbildung zur Schreinerin gemacht und schenkt Jana und Massimo einen "Enthuschiasch-Tisch". 

IbumsdibumsdibumsdibumsdirundumdieUhr 

Beim anschließenden Discofox-Marathon tanzen alle Paare gleichzeitig und die Jury sortiert nach und nach aus. Es gewinnt Victoria Swarovski zu dem literarisch wertvollen "I bumsdi, bumsdi, bumsdi, bumsdi rund um die Uhr". Während der sechs Minuten Discofox-Marathon läuft ein Produktionsassistent über das Parkett und teilt den Paaren mit, wenn sie rausgeschmissen wurden. Lustiger wäre es, Llambi würde mit Bogen und einem Betäubungspfeil die ausgeschiedenen Paare niederstrecken, aber man kann nicht alles haben. 

Nebenbei erfahren wir, dass Sylvie Meis noch nicht in der Menopause ist. Joachim Llambi bezeichnet sie jedenfalls als "Regelexpertin". Aber mal was anderes: Warum heißt Sarah Lombardi eigentlich Lombardi? Klar, sie hat Pietro Lombardi geheiratet. Aber behalten bei Promi-Ehen nicht beide ihre Namen? Und wie ist das, wenn nur einer der beiden Partner bekannt ist? Nimmt der Unbekanntere dann stolz den Nachnamen des Bekannteren an? Obwohl, anscheinend nicht immer: Mats Hummels und Cathy Fischer haben ja auch geheiratet. Aber es scheint unwahrscheinlich, dass der ehemalige Legenden-Anwärter von Borussia Dortmund in der kommenden Saison als Mats Fischer für den FC Bayern München aufläuft. 

Wölden sie gerne dabei bleiben? 

Stichwort Bayern München: Auch diese Woche fliegt jemand raus. Und wieder bleibt Ulli Potofski dank seiner anrufsüchtigen Fangemeinde verschont. Sandy Meyer-Wölden macht das, was auch ihr Ex-Verlobter Boris Becker in den letzten Jahren seiner Karriere meist gemacht hat. Sie geht lange vor dem Halbfinale. Langsam verdichten sich die Anzeichen, dass Ulli Potofski auch noch Eric, Jana und Sarah überlebt und das Ding gewinnt. Falls das passiert, laufe ich in der Auftaktshow der nächsten Staffel nackt als Flitzerin auf das Parkett und überreiche Joachim Llambi ein Foto von mir mit der Aufschrift: "Ich will ein Kind von dir".

 

Bis dahin: See you on the Dancefloor,

 

Eure Marie  


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