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Mike Krüger: "Ich bin ein richtig guter Typ"

Mit der Show "Krügers Woche" kehrt Mike Krüger am Montag auf den Bildschirm zurück. Im stern.de-Interview spricht der Comedian über Oliver Pocher, Rudi Carell - und vor allem sich selbst.

Am Montag startet mal wieder eine neue Show mit Mike Krüger...

... und was für eine! Eine, die ich mir selber ausgedacht habe. Ich sollte mir die Rechte schnellstmöglich schützen lassen: "Krügers Woche" zeigt die Redaktionskonferenz zur Vorbereitung einer wöchentlichen Late Night Show.

Also alles, was dem Zuschauer bei "7 Tage - 7 Köpfe" vorenthalten wurde.

Sehr gut erkannt! Wir haben damals oft gesagt: Warum senden wir nicht die Konferenz, die war doch genau so lustig! Rudi Carrell hatte sechs Komiker um sich geschart, die sich jede Woche gern trafen. Ich hoffe, dass ich das mit "Krügers Woche" auch hinkriege: Fünf Schauspieler und ich, wir haben Spaß, und die Sendung läuft zehn Jahre.

Und Sie geben den Rudi?

Der Rudi wäre für so ein Format zu wortkarg gewesen. Der hat ja nicht viel gesprochen. Wenn ihm ein Gag nicht gefiel, hat er nur gesagt: Scheiße, schmeiß weg. Witzig wird so eine Konferenz aber erst, wenn man diskutiert.

Worüber?

Über die Themen der Woche. Boulevard. Politik. Auch intellektuelle Dinge. Alles, worüber "Bild", "Spiegel", "Süddeutsche" und "Zeit" berichten. Und natürlich stern.de. Das Ende jeder Sendung, und das finde ich echt genial, ist immer der Anfang der Late Night Show, ich betrete die Bühne und begrüße Helmut Zerlett und seine Band. Dass Helmut mitspielt, freut mich besonders. Ihn übrigens auch.

Und Sie freuen sich, dass Sie sich fühlen dürfen wie Harald Schmidt.

War nie mein Wunsch. So eine tägliche Late Night Show, wie Harald sie moderiert hat - das wäre mir zu anstrengend.

Fassen wir zusammen: Sie machen Late Night, Comedy und Presseschau in einer Sendung. Bisschen viel, oder?

Wir haben eine Pilotsendung gemacht, vor 400 Menschen im Studio. Die sind echt super mitgegangen.

Bevor er das Angebot bekam, zu Harald Schmidt ins Erste wechselt, hatte Oliver Pocher ebenfalls Pläne für eine fröhliche Medienschau auf Pro Sieben.

Genau so muss man das sehen: Ich bin der neue Pocher. Pro Sieben hatte jemanden gesucht für feinsinnigen Humor, das ist ja eine Riesenlücke, die Pocher hinterlassen hat.

"Vier gegen Willi" im Ersten, "Sonnenstich" im ZDF, "7 Tage - 7 Köpfe" auf RTL, "Punkt, Punkt, Punkt" auf Sat 1, zuletzt ein Gastspiel auf Kabel Eins. Und jetzt Pro Sieben. Damit haben Sie alle großen Sender durch.

Es fehlen noch Arte, 3 Sat, n 24 und Eurosport. Das einzige, was mich noch reizen würde, wäre Golf-Kommentator bei Premiere.

Mike Krüger, der Untote des deutschen Fernsehens. Immer wenn man denkt, der Krüger ist weg - ist er wieder da.

Wer denkt, Mike Krüger ist weg? Mike Krüger gehört doch seit Jahrzehnten zur Familie.

Als altgedienter Humorist, 30 Jahre im Geschäft, unter all den jungen Comedians im deutschen Privatfernsehen…

... bin ich echt im Vorteil. Ich bin ausgeglichener als die jungen Kollegen.

Keine Angst, nicht mehr mitzukommen bei Timing und Gagdichte?

Angst kenne ich nicht. Ich weiß besser als jeder andere im Showgeschäft, wie schnell man einen Gag bringen muss. Wenn einer behauptet, es besser zu können, muss er es mir vormachen.

Wie angenehm ist es, mit Ihnen zu arbeiten?

Es ist echt klasse, ich bin ein richtig guter Typ.

Wer ist zurzeit Deutschlands bester Comedian?

Karl Dall. Mit Abstand. Der macht sich rar, sitzt in Kanada und angelt.

Wer ist der Mike Krüger 2007?

Stefan Raab. Der spielt auch Gitarre, verkauft Schallplatten, bei "Schlag den Raab" zeigt er ganzen Einsatz - körperlich ist er so fit, wie ich es früher war.

Stimmt es, dass Thomas Gottschalk und Sie eine Fortsetzung der "Supernasen" planen?

Wir drehen nächstes Jahr. Alles ist noch in der wilden Planung. Thomas hatte eine gute Idee für einen Plot, die wird gerade verfeinert und zu einem Drehbuch verarbeitet. Es geht um zwei Männer, mehr kann ich nicht verraten. Eigentlich hab ich schon zu viel gesagt.

"Krügers Woche", ist ab Montag, 27. August, um 22.20 Uhr auf Pro Sieben zu sehen

Interview: Alexander Kühn