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Österreicher Markus Peichl: Der Mann, der "Gottschalk Live" retten soll

Hilfe für Thommy: Medienprofi Markus Peichl soll "Gottschalk Live" vor einer Bruchlandung retten und neuen Schwung in die Show bringen. Laut ARD ist die Personalie keine Spontanreaktion auf die katastrophalen Quoten, sondern lange geplant.

Von Katharina Miklis

Kampflos aufgeben will man also nicht. Um die stark strauchelnde Sendung "Gottschalk Live" zu retten, bringt die ARD nun eine vielversprechende Person ins Spiel: Der österreichische Journalist Markus Peichl soll das Team um Thomas Gottschalk, das bisher aus rund 20 Mitarbeitern besteht, unterstützen und Redaktionsleiter der angeschlagenen Vorabendshow werden.

Nach stern.de-Informationen soll Peichl schon länger mit der ARD verhandelt haben. Die Stelle des Redaktionsleiters wird für ihn im März neu geschaffen. Laut ARD handelt es sich nicht um eine spontane Reaktion auf sinkende Quoten. Der Terminplaner des Medienprofis hatte keinen früheren Einstieg zugelassen. Die zwei Chefs vom Dienst, die bisher die Fäden in der Hand hielten, werden weiterhin ihren Job ausführen.

Neustart in Thommys Cockpit

Der 53-jährige Peichl war in den 80er Jahren in seiner österreichischen Heimat Chefredakteur des Lifestylemagazins "Wiener". Im Anschluss gründete er das legendäre "Tempo", das ihn bis heute mit dem Begriff Popjournalismus in Verbindung bringt. Er leitete es bis 1990. Als selbstständiger Medienberater und TV-Produzent entwickelte er danach mit "0137" das erste tägliche Talk-Format (Premiere) und mit "Das wahre Leben" (MTV) die erste Doku-Soap im deutschen Fernsehen. Außerdem produzierte er für Künstler wie Xavier Naidoo diverse Musikvideos. Weniger Erfolg hatte er mit dem Magazin "Liebling", das er 2007 lancierte. Es konnte sich nur ein Jahr lang auf dem Markt halten. Seit 2002 leitet Markus Peichl die Lead Academy und hat zudem im vergangenen Jahr die Geschäftsführung der Kunstgalerie seines Freundes in Berlin übernommen. In der Hauptstadt fungiert er auch als Sprecher des Bündnisses gegen neue Flugrouten.

Nun soll er also im Cockpit von "Gottschalk Live" den Sinkflug stoppen. Nach dem Einstand mit 4,34 Millionen Gesamtzuschauern erreicht Show-Pilot Thomas Gottschalk mittlerweile nur noch um die 1,3 Millionen Zuschauer. Mit Peichl hofft man nun also auf Aufwind und klare Strukturen für die konzeptlose Show. Auch Gottschalk freut sich über den neuen Kollegen am Redaktionssteuer: "Ich kämpfe für dieses Format und freue mich, dass dabei ab jetzt Markus Peichl an meiner Seite sein wird."

Erfahrungen als Redaktionsleiter in der ARD hat der umtriebige Medienallrounder bereits gesammelt: Von 2003 bis 2007 war Peichl für den Inhalt der Talksendung "Beckmann" zuständig. Über diese Arbeit sagte er einmal, am wichtigsten sei der gute Kontakt zu den Gästen, ein "respektvolles, freundschaftliches Verhältnis". Dies dürfte auch bei "Gottschalk Live" der Fall sein. Nur dürften dort noch einige Baustellen mehr auf den Medienmann zukommen.

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