Rassismus "Big Brother"-Mobberin entschuldigt sich


Nach internationaler Empörung über ihre beleidigenden Äußerungen haben die britischen Fernsehzuschauer Jade Goody aus der "Big Brother"-Show herausgewählt. Goody hatte die indische Schauspielerin Shilpa Shetty beleidigt - und musste sich nun entschuldigen.

Nach ihrem Rauswurf aus der britischen Unterhaltungssendung "Celebrity Big Brother" hat die umstrittene Kandidatin Jade Goody unter Tränen rassistische Bemerkungen eingeräumt. "Ich bin keine Rassistin, aber ich habe mich rassistisch geäußert", sagte die 25-jährige frühere Zahnarzthelferin in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders Sky. Goody hatte eine Mitbewohnerin im "Big-Brother"-Haus, die indische Bollywood-Schauspielerin Shilpa Shetty, mit Hass-Tiraden bedacht, die als rassistisch eingestuft wurden.

Die Angelegenheit hatte so hohe Wogen geschlagen, dass sich der britische Schatzkanzler Gordon Brown bei einem Indien-Besuch gezwungen sah, das Bild Großbritanniens unter anderem beim Besuch in einem Bollywood-Studio gerade zu rücken. Vor der Abstimmung, welche der Frauen das Haus verlassen solle, hatte Brown die Zuschauer dazu aufgefordert, Goody raus zu wählen und von einer "Abstimmung für die Toleranz" gesprochen

Goody musste nach einem Zuschauervotum am Freitag ihre Koffer packen und das "Big-Borther"-Haus verlassen. Der Rauswurf wurde in Boulevardblättern als der Sieg des Guten über das Böse gewertet. "Shetty war ein Opfer des Mobbings und des Rassismus", sagte Goody und brach in Tränen aus. "Es war mein Fehler, dass ich nicht genug über die Kulturen anderer Menschen wusste." Goody hatte sich unter anderem über den Akzent der 31-Jährigen lustig gemacht und ihre Kochkünste herabgesetzt. Eine weitere Mitspielerin bei der Promi-Ausgabe "Celebrity Big Brother" sagte, Inder seien so dünn, weil sie ihr Essen nicht gar kochten. Auch der Big-Brother-Sender Channel 4 hatte zuvor bestritten, dass es sich bei den verbalen Ausfällen der ehemaligen Zahnarzthelferin um Rassismus gehandelt habe.

Bei dem britischen TV-Kontrollgremium gingen 4.000 Beschwerden ein, und die indische Regierung erklärte, sie werde angemessene Schritte ergreifen. Bildungsminister Alan Johnson erklärte am Samstag mit Blick auf den Skandal, die Schulen müssten eine Führungsrolle bei der Vermittlung der zentralen britischen Werte Gerechtigkeit und Toleranz übernehmen. Die größte Boulevard-Zeitung des Landes, "The Sun", schlug sich auf die Seite Shettys und bezeichnete Goody am Samstag als eine rassistische Tyrannin, die Shetty um ihre Intelligenz, Schönheit und Klasse beneide.

Reuters/AP AP Reuters

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