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Seriendialog der Woche Der längst fällige Aufreger über die vierte Staffel „Homeland“

Seriendialog der Woche: Der längst fällige Aufreger über die vierte Staffel „Homeland“
Ich war überraschenderweise gefesselt von der vierten "Homeland"-Staffel. Hatte aber immer befürchtet, dass ich das noch bereuen würde. Genauso ist es gekommen. SPOILERWARNUNG!

Heute: Ein typischer Fluch aus "Homeland".

Weil: Ich hatte es befürchtet, und genau so ist es auch gekommen: Ich muss mich über die vierte Staffel "Homeland" aufregen. Ja, sie war sehr spannend, gut erzählt, gut gefilmt, die Figuren haben sich (in Maßen) entwickelt - und sie hielt mich in ihrem Bann.* (SPOILERWARNUNG! Wer das Finale nicht kennt, sollte nicht weiterlesen.)

Aber. Jetzt kommt ein ganz großes ABER: Das Staffelfinale war unglaublich schlecht. War das überhaupt ein Staffelfinale? Oder war das eine Art Resteverwertungsfolge, in die man alles gepackt, was man gerne auch noch erzählen wollte, was aber irgendwie nicht in die anderen elf Folge passte? ARRGH! Es ist eine tolle Idee, Carries Mutter einzuführen. Aber ihre ganze Geschichte in nur einer Folge zu erzählen!? Ebenfalls eine gute Idee: Dass Carrie eine Beziehung zu ihrem Kind aufbaut. Aber in einer einzigen Folge!? Super auch, dass Carrie begreift, dass sie trotz ihrer psychischen Probleme eine Beziehung führen kann. Aber dessen wird sie sich in nur einer Folge bewusst!? Großartig, dass Peter zu seinen Gefühlen zu Carrie steht und dass Carrie ebenfalls für ihn Gefühle hat. Aber in nur einer Folge erzählt!? ARRRGH! Warum wurde die Saat für diese durchaus interessanten Entwicklungen nicht in vorherigen Folgen gesät? Warum durften die Samen nicht erst mal langsam keimen, die Pflänzchen vorsichtig durch die Erde stoßen? Warum mussten sie aus dem Nichts ein Baum werden, der plötzlich aus dem Boden schießt? ARRRRRGH! Und wenn der Grund sein sollte, dass das alles in die Geschichte in Pakistan nicht hineingepasst habe, dann: Warum um Himmels Willen wurden diese Entwicklungen nicht einfach in die nächste Staffel verlagert?

So, das musste ich jetzt mal loswerden. Danke fürs Zuhören, äh, Lesen.

*Und nein, dieses Mal rege ich mich nicht darüber auf, wie hier US-Außenpolitik und ein anderer Kulturkreis dargestellt werden. Darüber bin ich hinweg.

Woraus: "Homeland". Im Mittelpunkt der Serie stehen die psychisch labile CIA-Agentin Carrie Mathison (gespielt von der großartigen Claire Danes) und der gefeierte Kriegsheld Nicholas Brody (Damian Lewis, ebenfalls sehr gut). Er war mehrere Jahre in Al-Qaida-Gefangenschaft, sie hat Hinweise, dass er in der Zeit umgedreht worden sein könnte und nun einen Anschlag in den USA plant. Niemand nimmt ihre Warnungen ernst, weshalb sie auf eigene Faust gegen ihn ermittelt. Es entwickelt sich eine seltsame Beziehung zwischen den beiden. Alles Paranoia? Oder reale Bedrohung? Die Serie zeigt in erschreckender Weise auf, was der Krieg gegen den Terror mit einer freiheitlichen Gesellschaft macht. Seit 2010. Basiert auf der israelischen Serie "Hatufim". In den USA ist die vierte Staffel im Dezember zu Ende gegangen. In Deutschland läuft "Homeland" im frei empfangbaren TV auf Sat.1 und Prosieben Maxx, derzeit allerdings nicht. Die vierte Staffel gibt es bei folgenden Streamingdiensten: iTunes und Amazon Instant Video.

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