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TV-Kritik

"Sing meinen Song": Darum ist Leslie Clio vier Mal durch die Führerscheinprüfung gefallen

Kaum einer kannte ihre Lieder, das dürfte ab sofort anders sein: In der sechsten Folge von "Sing meinen Song" stand das Werk von Leslie Clio im Mittelpunkt. Für die Überraschung des Abends sorgte ein anderer.

"Sing meinen Song"

In der sechsten Folge von "Sing meinen Song" interpretierten die Stars die Songs von Leslie Clio.

MG RTL D

Zu den Stärken von " " gehört es von jeher, dass neben sehr bekannten und arrivierten Künstlern in fast jeder Staffel ein Sänger vorgestellt wird, von dem noch nicht jeder gehört hat. Musiker wie Gregor Meyle, Daniel Wirtz oder Seven, die von Vox die Chance bekamen, sich an der Seite berühmterer Kollegen einem großen Publikum zu präsentieren.

In der aktuellen Staffel ist ein solches Dark Horse, wie es die Engländer sagen. Eine Künstlerin, die nach dieser Sendung vielen ein Begriff sein wird. In dieser Folge standen Clios Songs im Mittelpunkt. Es war "der große Tag von unserem kleinen Küken", wie Gastgeber Mark Forster zu Beginn ankündigte. Der eröffnete den Reigen mit ihrem größten Hit "I Couldn’t Care Less" von 2013.

"Eine Stimme für die Ewigkeit"

Der weitere Verlauf des Abends zeigte, dass ihr Werk weitaus mehr zu bieten hat als ein paar mittlere Hits. Die hier performten Stücke stellten einen guten Querschnitt ihrer bisherigen drei Alben dar und ließen erahnen, welches Talent in der 31-Jährigen schlummert, über die sagt: "Sie hat eine Stimme für die Ewigkeit."

Judith Holofernes spielte "Be with you" von zweitem, 2015 erschienenen Album "Eureka" in einer knatternden Punk-Version. Mary Roos erhob "Sister Sun Brother Moon" (2013) in den Rang eines zeitlosen Chansons. Marian Gold sang sich bei "Game Changer" die Seele aus dem Leib und hatte eine interessante Erklärung, warum er diesen Song auswählte: "Du kommst mir vor wie eine Eiskunstläuferin, die übers Eis flitzt. Ich wollte immer wissen, was unter diesem Eis ist." Dieses Lied habe ihm einen Einblick in Clios Seele gegeben.

Für die Überraschung des Abends sorgte Johannes Strate. Der Bremer verwandelte "Damage Done" in einen harten Rocksong und beeindruckte damit seine Mitstreiter: "Johannes hat bewiesen, was für eine Drecksau er eigentlich ist", staunte , während Judith Holofernes schwärmte: "Von mir aus könnte Johannes immer so eine Musik machen." Als Lohn bekam der Revolverheld-Sänger am Ende die Konfetti-Kanone für die Interpretation des Abends.

Der Schlüssel für Leslie Clio 

Emotional wurde es, als Rea Garvey den intimen Song "Fragile" nur von seiner akustischen Gitarre begleitet sang, den Clio nach eigener Aussage "unter Tränen im Studio geschrieben" hat und in dem sie eine gescheiterte Beziehung verarbeitet. "Ich hab den Schlüssel für Leslie gesucht", sagt Rea, und glaubt ihn hier gefunden zu haben.

Leslie Clio selbst stellte ihre neue Single "Rumours" vor, und natürlich musste auch sie eine private Geschichte zum Besten geben. Mark Forster sprach sie auf das Thema Führerschein an. Tatsächlich ist die Sängerin vier Mal durch die Prüfung gefallen, wie sie kleinlaut einräumen musste. Der Grund dafür war jedoch nicht Unfähigkeit oder Dummheit. Sondern Eitelkeit: Sie habe sich nicht eingestehen wollen, dass sie eine Brille brauchte. 

Eine Erklärung, so sympathisch, dass allein dafür ab sofort jeder Leslie Clio kennen sollte.

che