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TV-Kritik

"Das Sommerhaus der Stars": Maria Weller geht im Psycho-Kampf mit Thorsten Legat k. o.

Aller Schönheitsoperationen zum Trotz ist Maria Wellers Maske gefallen. Sie ist die Mutter, ach was, die Großmutter aller Casting-Show-Zicken. Nun ereilte sie deren Schicksal: das vorzeitige Aus.

Von Lars Peters

Sommerhaus der Stars: Spielleiter Malte Arkona, Thorsten Legat, Rajab Hassan, René Weller und Christian Töpperwien

"Wilde Tiere" beim "Sommerhaus der Stars": Spielleiter Malte Arkona, Thorsten Legat, Rajab Hassan, René Weller und Christian Töpperwien

Von wegen Reality-Show-Zicken stammen immer aus Castingshows! Dank des RTL-Sommerhauses wissen wir jetzt: diese konfliktfreudige Spezies gibt es schon viel länger und manchmal kommt sie als einfache Ehefrau daher. Bestes Beispiel: Rosemarie "Maria" Weller. Fast hätte sie im Schatten des noch stärker polarisierenden Promi-Pärchens Rocco Stark und Angelina Heger ihre Qualitäten als Meisterin der schlechten Stimmung nicht ausspielen können.

Doch seit dem Müffelgate in der letzten Woche, bei dem sich Thorsten Legat durch eine abfällige Bemerkung über die stinkende Jeans-Jacke von ihrem Mann René Weller ihren Hass auf sich gezogen hatte, ist Maria zu nervigster Höchstform aufgelaufen. Völlig uneinsichtig und beratungsresitent setzte sie das Jacken-Thema wieder und wieder auf die Tagesordnung und regte sich über Legat auf. Natürlich sah sie sich als sein Opfer. Während René bei der ewigen Litanei auf Durchzug schaltete und die anderen Hausinsassen sie ignorierten, dankten die Zuschauer dem lieben Fernsehgott, dass sie eine Mattscheibe von dieser Nervensäge trennte.

Maria Weller empfiehlt sich für weitere Promi-Shows

Aus Unterhaltungsperspektive ist es dennoch geradezu schade - wenn auch komplett nachvollziehbar-, dass die anderen Promi-Paare Maria und René am Ende der Folge einstimmig rauswählten. Gleichzeitig hat sich Maria über ihr (A-)Sozialverhalten für weitere Promi-Formate empfohlen. Man würde zu gern sehen, wie sie und die Ex-Dschungelkämpferinnen Helena Fürst und Sarah "Dingens" Knappik sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben. Ob Maria Weller da auch k. o. gehen würde wie jetzt im Psycho-Kampf gegen Thorsten Legat?

Die Abwahl der Wellers war in dem Moment besiegelt, als Legat und seine Frau Alexandra das Paarspiel gewonnen hatten und somit nicht rausgewählt werden konnten. Das Spiel selbst war dabei auf phantastische Weise kafkaesk. Wieder einmal mussten die Frauen den Männern, die nichts sehen konnten, verbal Anweisungen geben, damit diese schnellstmöglich einen Hindernisparcours absolvierten. Zur reinen Belustigung der Zuschauer steckten die vier Männer in Tierkostümen. So gingen ein Hund (Thorsten Legat), ein rosarotes Schwein (Rajab Hassan), ein Elefant (Currywurstmann Chris) und ein boxendes Krokodil (René Weller) an den Start.

Herrlich kafkaesk: Promi-Hund gegen Promi-Schwein

Während die ersten drei Tiere einigermaßen erfolgreich den Parcours meisterten, irrte Krokodil Weller die meiste Zeit weit außerhalb des Spielfeldes umher. Seine Frau Maria, die daran nun wirklich nicht unschuldig war, zeigte anschließend wieder einmal keine Einsicht: "Du bist gelaufen wie ein behinderter Hengst". Umso köstlicher anzuschauen war der Endkampf im Spiel zwischen Hund Legat und Schwein Hassan, die ohne zu sehen mit einem Stock auf eine Piñata eindroschen und man nur hoffen konnte, dass beide überleben würden.

Auch die anderen Spiele waren gewohnt kurzweilig. Dabei mussten diesmal auch die Frauen hart arbeiten: An eine Scheibe gefesselt drehten sie sich, wobei der Kopf zeitweise unter Wasser war. Dabei mussten sie Bälle aus dem Wasser fischen, diese per Zielwurf in Löchern versenken und Fragen richtig beantworten. Beileibe keine leichte Aufgabe. Angelina Posth, die kurz zuvor gut seh- und vor allem hörbar einen positiven Schwangerschaftstest auf der Toilette im Sommerhaus gemacht hatte, lehnte die Teilnahme am Spiel ab.

Spannendes Finale mit drei Paaren zu erwarten

Siegerin wurde Xenia von Sachsen. Da beim Männerspiel – diese mussten so lange wie möglich an einer Stange hängen bleiben – ihr Partner Rajab gewonnen hatte, haben die Legats ihre Spiele-Dominanz etwas eingebüßt. Und auch die ebenfalls noch im Haus befindlichen Currywurstverkäufer aus L. A. haben durchaus Ambitionen auf den Sieg in der letzten Folge der Show am nächsten Mittwoch. Dieses Spannungselement dürfte notwendig werden, damit das Finale nicht in Langeweile versinkt.

Denn bereits in der aktuellen Folge zeichnete sich ab, dass ohne die Zicke Maria Weller und den Verbalakrobaten Legat die unterhaltsamen Momente selten sind. Andererseits wird den TV-Machern schon etwas ähnlich Bösartiges eingefallen sein, wie die Zubereitung des salzigen, portugiesischen Stockfischs Bacalhau. Dabei überzeugte Legat wieder einmal mit seinen Gleichnissen ("Du stinkst aber auch, Fisch, als wenn einer Fußpilz hätte ... Schweißmauken!") und seiner Willensstärke. Unter den angewiderten Blicken der anderen Mitbewohner und nur zeitweise unterstützt von René Weller (Legat über Weller: "Der hat auch Geschmacksverkalkung"), gab er sich stur der portugiesischen Delikatesse hin. Schade eigentlich, dass er schon einmal im Dschungelcamp war.