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"Polizeiruf 110" aus Halle Der Bulle und der Krankenpfleger: Neues Ermittlerteam in Halle an der Saale

Das neue "Polizeiruf 110"-Ermittlerteam in Halle an der Saale
Das neue "Polizeiruf 110"-Ermittlerteam in Halle an der Saale: Michael Lehmann (Peter Schneider, l.) und Henry Koitzsch (Peter Kurth)
© MDR/filmpool fiction/Felix Abraham / ARD
Der "Polizeiruf 110" feiert sein 50. Jubiläum mit einem neuen Ermittler-Duo. Die Kommissare Michael Lehmann und Henry Koitzsch jagen einen Messermörder, der als Phantom durch die Stadt streift.
  • 3 von 5 Punkten
  • Erster Fall für ein neues Team, der in bester "Polizeiruf 110"-Tradition steht

Worum geht's?

Der Kellner Uwe Baude kommt von der Spätschicht und wird vor seinem Haus niedergetreckt. Drei gezielte Stiche in den Bauchraum lassen das Opfer auf dem Gehweg verbluten. Doch von dem Täter fehlt jede Spur. Drei Monate nach dem Mord tappen die Kommissare Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Michael Lehmann (Peter Schneider) noch immer im Dunklen. Alles, was sie haben, sind ein paar Handydaten von der Funkzellenauswertung. Jeder, der am Tattag in der Nähe telefoniert hat, wird vorgeladen. Und so sammeln sich die unterschiedlichsten Charaktere auf dem Revier. In den Fokus der Ermittlungen geraten dabei drei Personen: Der vorbestrafte Maik Gerster (Till Wonka), der alte Eisenbahner Günther Born (Hermann Beyer) und die liebestolle Sängerin Katrin Sommer (Cordelia Wege).

Warum lohnt sich dieser "Polizeiruf 110"?

Der "Polizeiruf 110" feiert mit dieser Episode sein 50-jähriges Jubiläum. 1971 als Ost-Pendant zum "Tatort" ins Leben gerufen, hat er sich auch nach der Wende im deutschen TV etabliert. Vier Ermittler-Teams gibt es aktuell, mit dem neuen Hallenser Duo kommt nun ein fünftes hinzu. Tatsächlich ist der "Polizeiruf 110" aus Halle an der Saale eine gute Tradition: Von 1996 bis 2013 ermittelte dort das Team Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Zu den Stärken der Reihe gehört es, nicht auf spektakuläre Mordfälle zu setzen, sondern eher die Malaisen der Gesellschaft aufzuzeigen und auch die gewöhnlichen Leute mit ihren Problemen im Blick zu behalten. Das ist dem Autoren-Team Clemens Meyer und Thomas Stuber hervorragend gelungen. Positiv hervorzuheben ist auch, dass fast alle Darsteller aus der ehemaligen DDR stammen. Die Verbundenheit zum "Polizeiruf 110" ist zu spüren, die Dialoge sind glaubwürdig und der Film spiegelt gut das Lokalkolorit der Stadt wider.

Was stört?

Der Film ist fast wie ein Theaterstück aufgebaut, in vier Akten, die allesamt die Titel alter "Polizeiruf 110"-Folgen tragen. Wer einen spannenden Krimi erwartet, könnte enttäuscht werden. Der Fokus liegt eindeutig auf den Figuren, nicht auf dem Fall. Erst ganz zum Schluss dreht der "Polizeiruf" noch ein paar überraschende Schleifen – das Ende dürfte trotzdem für viele ernüchtern sein.

Die Kommissare?

Die Ermittler Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Michael Lehmann (Peter Schneider) sind ein Paar, wie es ungleicher nicht sein könnte: Der eine seit 30 Jahren im Dienst, geschieden, mit Hang zu Alkohol und Zigaretten und besten Kontakten ins Rotlichtmilieu. Der andere verheirateter Familienvater mit drei Kindern, streng gläubig und als gelernter Krankenpfleger Quereinsteiger bei der Polizei. Zum Auftakt liegt der Fokus stark auf Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch. Peter Kurth spielt den Polizeibeamten, wie man es schon von seinen Auftritten in der Serie "Babylon Berlin" kennt: dominant und ruppig, aber hier mit etwas mehr Herz.

Ein- oder ausschalten?

50 Jahre "Polizeiruf 110" und ein neues Ermittlerteam in Halle an der Saale: Zwei Gründe, für die sich das Einschalten lohnt.

Zuletzt wurden diese "Polizeiruf 110"-Folgen ausgestrahlt:


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