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"Ich töte niemand": Haben Sie auch nichts verstanden? Wir erklären den Franken-"Tatort"

Viele Zuschauer blieben nach dem "Tatort" ratlos zurück - und das lag nicht am fränkischen Dialekt. Die Folge "Ich töte niemand" war ziemlich verworren erzählt. Wir dröseln den Fall noch einmal auf.

"Tatort" aus Franken

So wie den Ermittlern ging es auch vielen Zuschauern des Franken-"Tatorts": Sie tappten die meiste Zeit im Dunkeln.

ARD

Haben Sie gestern Abend beim "Dadord" auch nur Bahnhof verstanden? Damit waren Sie nicht allein. Viele Zuschauer beklagten sich in den sozialen Medien darüber, die "Tatort"-Folge "Ich töte niemand" nicht kapiert zu haben. Und das lag nicht am fränkischen Dialekt. Aus diesem Grund beantworten wir die wichtigsten Fragen und versuchen den Fall zu erklären.

Am Anfang dieses "Tatorts" gab es einen Leichenfund. Wer sind die Opfer, wer ist der Täter?

Ein 58-jähriger Libyer und seine Schwester wurden brutal erschlagen. Der Täter war Udolf Rasch, der sich im Umkreis eines Fußballvereins bewegt, der von dem rechten Politiker Theodor Pflüger geleitet wird. Nach einer Faschingsfeier des Vereins fuhr Rasch mit einer Perücke zum Haus der Libyer.

Warum hat Rasch die beiden Libyer getötet?

So absurd das klingt: Der Doppelmord war nicht beabsichtigt, die Opfer wurden zufällig getötet. Eigentlich wollte Rasch dem Syrer Ahmad Elmahi eine Abreibung verpassen, weil dieser drei junge Deutsche aus dem Fußballverein angezeigt hatte. Doch der fühlte sich bedroht und war auf Anraten der Polizei untergetaucht. So traf Udolf Rasch auf Elmahis Ziehvater und dessen Schwester - die er dann in einer Kurzschlusshandlung mit einer Eisenstange erschlug.

In der Mitte des "Tatorts" stirbt ein weiterer Libyer, er wird von der Polizei erschossen. Wer ist das?

Dieser junge Mann tauchte ziemlich überraschend auf und wurde in dem Film nicht eingeführt. Wie der Regisseur Max Färberböck in der "Bild"-Zeitung erklärt, ist er ein Bekannter des Schneiders Nasem Attallah, bei dem sich Ahmad Elmahi versteckt. Er hat sich bereit erklärt, den Doppelmord zu rächen. Weil er erschossen wird, übernimmt Elmahi die Sache schließlich selbst.

Woher weiß Elmahi, wer seine Zieheltern ermordet hat?

"Er findet am Tatort die Hälfte eines Kugelschreibers mit einem Firmenaufdruck. Und er fotografierte den Täter beim Verlassen des Hauses", erklärt Färberböck.

Welche Rolle spielt Theodor Pflüger, der Präsident des Fußballvereins?

Pflüger ist der eigentliche Drahtzieher des Verbrechens. Einen Mord hat er allerdings nie gewollt. Der alte Mann hat Udolf Rasch damit beauftragt, Elmahi eine Abreibung zu verpassen, nicht aber zu ermorden. In einer Szene im Wald verpasst er Rasch deshalb eine Ohrfeige. Dabei wird er von dem Libyer beobachtet, der später von der Polizei erschossen wird. So erfährt Elmahi, wer der Hintermann des Verbrechens ist.

Wie hängt der Tod des Polizisten Frank Leitner mit dem Fall zusammen?

Frank Leitner ist mit der Tochter des mächtigen Vereinspräsidenten Theodor Pflüger verheiratet, seine Kinder gehen in den Fußballverein und waren Zeugen des Mordes. Leitner will dies der Polizei melden - und wird deswegen von seiner Frau vergiftet. Während einer Autofahrt verunglückt der Polizist tödlich.

Warum tötet Ahmad Elmahi am Ende den rechten Politiker Theodor Pflüger?

Ahmad Elmahi ist bestens integriert und hat eine glänzende Karriere vor sich. Theodor Pflüger ist dagegen ein alter Mann der nicht mehr viel Zeit vor sich hat. Dennoch setzt der Syrer seine Zukunft aufs Spiel und jagt ihm eine Kugel in den Bauch. Erklärt wird das mit dem arabischen Ehrgefühl. Der Schneider Nasem Attallah hat ihm eingeredet, er müsse die Ehre seiner Familie wiederherstellen.

AfD-Politiker beklagen sich auf Twitter, dieser "Tatort" betreibe Volkspädagogik mit deutschen Tätern, ausländischen Opfern. Trifft das zu?

Wer das schreibt, hat den "Tatort" nicht gesehen oder nicht verstanden. Denn es gibt eben auch einen ausländischen Täter - Ahmad Elmahi wird zum Mörder, weil er den Begriff der Ehre über den Rechtsstaat stellt und eigenmächtig handelt. Dieser Film ist gerade nicht Schwarz-Weiß, sondern zeichnet ein differenziertes Bild.

"Tatort" aus Franken: Das ist das dolle "Dadord"-Deam
Als "Tatort"-Ermittler Gisbert Engelhardt wurde Fabian Hinrichs im Dezember 2012 quasi über Nacht zum Kultstar, es bildeten sich sogar eigene Facebook-Gruppen ihm zu Ehren. Doch weil er in der "Tatort"-Folge "Der tiefe Schlaf" starb, konnte es keine Fortsetzung geben. Dafür bekommt er nun ein eigenes Kommissariat. Als Nordlicht Felix Voss fängt er bei der Nürnberger Mordkommission frisch an - und überrascht die neuen Kollegen mit seiner förmlichen Art.

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