HOME

Stern Logo Tatort

Reaktionen auf den "Tatort": "Standen Autor und Regisseur unter Drogeneinfluss?"

Der Münchner "Tatort" sorgte unter den Krimifans für viel Verwirrung. Die meisten reagierten mit Kritik, doch es gab auch positive Reaktionen. Auch ein falscher "Traumschiff"-Kapitän äußerte sich.

Von Carsten Heidböhmer

War das große Kunst - oder einfach nur großer Mist? Im Netz war man sich nicht einig über diesen "Tatort", die Tendenz ging jedoch stark zu Mist. Zumindest äußerten sich die meisten Zuschauer, die den aktuellen Münchner Fall auf Facebook und Twitter kommentierten, klar negativ.

"Unerträgliche, auf 'modern' getrimmte Kameraführung, anstrengende Hintergrundmusik, verwirrende Story. Dieses Kuddelmuddel konnte selbst die talentierte Meret Becker nicht mehr retten. Schade!", schrieb eine Userin auf der Facebook-Seite von stern.de.

"Der heutige Tatort war eine Zumutung"

"Standen Drehbuchautor und Regisseur unter Drogeneinfluss?", mutmaßt ein anderer User. "Anders kann man diesen verstörenden Tatort nicht erklären. Letzte Woche Münster war ärgerlich, der heutige Tatort aber war eine Zumutung!" "Anstrengend", "vergeudete Zeit" und "schlechtester Tatort aller Zeiten" waren weitere Negativ-Kommentare. Eine große Zahl von Fernsehzuschauern teilte diese Meinung - rekordverdächtige 1,2 Millionen schalteten noch während der Folge ab. Sahen um 20.20 Uhr noch 9,86 Millionen zu, waren es um 21.40 Uhr nur noch 8,64 Millionen. Sowas nennt man wohl Abstimmung per Fernbedienung.

Da hatten es die Befürworter schwer, Gehör zu finden. Doch es gab sie: "Absolut sehenswert!!", schrieb eine Userin. Und das Fazit eines anderen stern.de-Facebook-Users lautete: "Fordernd, aber spannend!"

Twitter

Ähnlich das Bild auf Twitter. Einer breiten Front von Kritikern standen nur wenige Liebhaber von Dominik Grafs Regiearbeit gegenüber.

Während sich viele verärgert zu dem komplexen Fall äußerten - "der absolut unverständlichste, schlecht geschnittene Obermist", schrieb ein User stellvertretend -, reagierten andere mit Humor:

Marie von den Benken verglich den "Tatort" mit dem männlichen Geschlecht - was in diesem Fall nicht schmeichelhaft gemeint war:

Kurios: Sogar Kapitän Paulsen vom ZDF-"Traumschiff" schaltete sich in die Diskussion ein - allerdings nicht der echte, es handelt sich um einen Fake-Account. Lustig war sein Beitrag aber trotzdem: Weil in der "Tatort"-Folge einige Kroaten im Trainingsanzug vorkamen, behauptete der falsche Paulsen kurzerhand, er liege in Dubrovnik vor Anker:

Für den größten Witz sorgte aber Regisseur Dominik Graf selbst. Erst drehte er einen derart komplexen "Tatort", dass man als Zuschauer schon beim schnellen Bierholen Gefahr läuft, den Anschluss zu verlieren. Und dann stellt er sich ab 20.15 Uhr im Live-Chat den Fragen des Publikums. So etwas nennt man wohl Sabotage am eigenen Werk.