HOME

Stern Logo Tatort

"Tatort"-Check: Familienfest mit Folter-Orgie

Die seit drei Folgen andauernde Suche nach dem Mörder von Kommissar Karows Partner findet in diesem "Tatort" ihr Ende. Dabei gerät der Ermittler jedoch in Lebensgefahr. Ein ungewöhnlich brutaler Fall.

Tatort aus Berlin

Szene aus dem "Tatort": Der gefolterte Hauptkommissar Karow (Mark Waschke) versucht, Christine Maihack (Ursina Lardi) zu manipulieren.

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Während der Sohn von Nina Rubin (Meret Becker) Bar Mitzwa feiert, gerät ihr Kollege Robert Karow (Mark Waschke) in Lebensgefahr: Um den Tod seines Partners Gregor Maihack aufzuklären, der vor zwei Jahren bei einem verdeckten Einsatz erschossen wurde, holt er einen Kronzeugen aus dem Gefängnis, um ihn zu verhören. Doch auf dem Weg zum Präsidium wird der erschossen. Karow macht sich auf eigenen Faust auf die Suche nach dem Videofilm, der den Mord an seinem Partner zeigt. Dazu begibt er sich in große Gefahr. Derweil schwänzt Rubin die Familienfeier und kommt einer Verschwörung auf die Spur.

Warum lohnt sich der Krimi?

Der Fall ist dramatisch wie selten ein "Tatort". Denn diesmal steht alles auf dem Spiel - sogar das Leben von Kommissar Karow. Die Spannungskurve stimmt bei diesem Film, der die seit drei Folgen andauernde Suche nach dem Mörder von Karows Partner zum Abschluss bringt.

Was nervt?

Der Fall ist für einen "Tatort" ungewöhnlich grausam. Minutenlang sieht man, wie Karow brutal gefoltert wird. Die Kamera hält voll drauf: Man sieht die Schläge, hört die Schreie des leidenden Kommissars. Damit mutet der Film den Zuschauern unnötig viel zu. Man hätte die Szenen auch diskreter inszenieren können. Zudem ist der Fall ziemlich verworren, weil es viel um alte, lange zurückliegende Geschichten geht, die in einer gegenwärtigen Verschwörung kulminieren. Erst am Schluss lichtet sich der Nebel.

Die Kommissare?

Karow und Rubin sind das coolste Gespann im "Tatort"-Universum. Während er den einsamen Cowboy gibt und dabei ein hohes Risiko eingeht, ist sie hin- und hergerissen zwischen der Sorge um ihren Kollegen und den familiären Verpflichtungen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten arbeitet das Ermittlerteam immer besser zusammen und schätzen einander - auch wenn sie es noch nicht zeigen können.

Ein- oder ausschalten?

Wenn Sie den Anblick grausamer Folterszenen aushalten, können Sie bedenkenlos einschalten. Wer dagegen einen unblutigen, gewaltfreien Sonntagabend verleben will, dem sei Arte empfohlen: Dort läuft um 20.15 Uhr Luchino Viscontis opulenter Historienfilm "Der Leopard".

10 Fakten zum Tatort, die Sie noch nicht kannten