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"Tatort"-Check: Können die Franken auch im zweiten Fall liefern?

Oh wie schön ist Franken: In ihrem zweiten "Tatort" dürfen die Kommissare Voss und Ringelhahn im sommerlichen Würzburg auf Mörderjagd gehen. Das ist hübsch anzusehen - bisweilen fehlt etwas die Würze.

Franken Tatort

Die "Tatort"-Kriminalkommissare Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) mit Prof. Magdalena Mittlich (Sibylle Canonica).

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Die Franken widmen sich in ihrer zweiten Folge gleich drei unterschiedlichen Fällen: Ein junger Doktorand findet an der Uni Würzburg im Institut für Anatomie einen unbekannten Schädel, eine junge Frau findet ihre Mutter tot im eigenen Wirtshaus vor, und in Nürnberg findet eine Mutter ihren erwachsenen Sohn nicht - und campiert deshalb vor der Polizeiwache. Die Hauptkommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) haben in "Das Recht, sich zu sorgen" also alle Hände voll zu tun. 

Warum lohnt es sich?

Die Folge ist wieder ein Muss für alle Franken und Franken-Liebhaber: Die Kamera nimmt die Zuschauer mit in grüne Wälder und hin zu malerischen Altstadtbauten wie die Würzburger Festung Marienberg. Mit fei viel Mühe wird Dialekt eingebaut, wo es nur geht - mal mehr, mal weniger authentisch. Aber freuen Sie sich auf Wörter wie "Imbulsdaad" und ganz viele "Doode". Weil die Story mehr so dahin dahinplätschert, gelingt es dem "Tatort" gut, ein Stück deutschen Alltags einzufangen. Schnitzelessen im Biergarten, ein peinlich-grölender Junggesellenabschied mit Kostümen, ein Chef, der mal was Modernes probieren will und Pizza spendiert - alles herrlich normale Momente. 

Was stört?

Genau das, was ihn eigentlich gut macht: Die Unaufgeregtheit überträgt sich leider auch auf die Spannung. Richtig mitfiebern kann man hier nicht, dazu sind die Auflösungen zu vorhersehbar. Die Gags sind auch eher mau ("Ich hab meine Handynummer verloren - kann ich deine haben?") und dazwischen wird es fast absurd, als sich Ringelhahn, Voss und Kollegin Goldwasser (Eli Wasserscheid) denkbar unglaubwürdig als Medizin-interessierte Patchworkfamilie ausgeben.

Die Kommissare?

Sind super! Endlich mal keine aufgesetzten Kabbeleien oder schwerwiegende private Verstrickungen, sondern zwei Ermittler, die ein freundliches, professionelles Verhältnis zueinander pflegen. Kann man unspektakulär finden, wirkt aber wohltuend. 

Ein- oder Ausschalten?

Wer will sich schon an einem Sonntagabend groß aufregen? Entspannt einschalten, den netten Kommissaren zuschauen und für einen Fingernägel-Beiß-Krimi auf eine Wallander-Wiederholung warten.