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"Tatort" aus Niedersachsen: Angriff der Zombie-Dorfbewohner

"Tatort" trifft auf "The Walking Dead": Kommissar Falke und seine Kollegin Grosz ermitteln in einem Mordfall auf dem niedersächsischen Land. Doch irgendetwas stimmt nicht mit den Menschen im Dorf. 

"Tatort" mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz

Die "Tatort"-Kommissare Julia Grosz (Franziska Weisz, links) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 2 v.l.) ermitteln in einem Mordfall auf dem niedersächsischen Land.

Bewertung

  • 3 von 5 Punkten
  • Ein durchschnittlicher Sonntagskrimi mit Kommissaren, die sich als Team noch finden müssen, klischeehaften Umweltschützern und einem Gastauftritt der Band AnnenMayKantereit.

Worum geht's in diesem " "?

Der Iraner Arash Naderi (Hadi Khanjanpour) ist erst seit wenigen Monaten in Deutschland, arbeitet als Fahrer für ein Erdgasunternehmen. Als er ermordet aufgefunden wird, vermuten die Kommissare Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) zunächst einen rechtsextremen Hintergrund. In dem niedersächsischen Dorf, in dem sie ermitteln, scheint jedenfalls so einiges nicht in Ordnung zu sein. Die Stimmung ist seltsam aggressiv - und das nicht nur zwischen aufgebrachten Umweltschützern und der Erdgasfirma, für die der Tote tätig war.

Warum lohnt er sich?

Wenn der klassische "Tatort" sich etwas Neues traut, wird es immer spannend: "Böser Boden" wagt das Spagat zwischen Horrorfilm und Krimi. Zwar nicht ganz so konsequent, wie die Grusel-Episode aus Frankfurt kürzlich, aber doch deutlich. Vor allem der Zombie-Look der Dorfbewohner schreitet fast unmerklich voran und macht Spaß. Dass der Film außerdem das komplizierte Thema Fracking noch einmal aufgreift und vielleicht manchem Zuschauer besser erklärt, ist löblich.

Was nervt?

Leider wirken viele Stilmittel aus dem Horrorgenre etwas unvermittelt: Durch bedrohliche Musik allein entsteht keine bedrohliche Situation. Die Umweltaktivisten - von Falke als Hirsefresser beschimpft – werden außerdem stark klischeehaft als verbohrte Öko-Hippies dargestellt. Das ist 2017 mit dem Wissen um Klimawandel und Gift-Skandale nicht zeitgemäß.

Die Kommissare?

Müssen sich noch finden. Bei ihrem zweiten Fall wirken Falke und Grosz jedenfalls oft hölzern miteinander. Falke muss sich zusätzlich in einer komplett unpassenden Nebenhandlung mit seinem rebellierenden Teenie-Sohn herumschlagen. Der Verdacht liegt nahe, dass dieser Strang allein für den Gastauftritt der Band AnnenMayKantereit hineingeschrieben wurde. Wie in einem Musikvideo singen sie Falke ihren Song "Zuhause" vor - der von der komplizierten Beziehung zwischen einem alleinerziehenden Vater und seinem Sohn handelt.

Ein- oder Ausschalten?

Einschalten. Wegen Falkes Sprüchen, einem auffälligem Soundtrack und dem ungewohnten Zombie-Look.

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