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"Tatort" aus Wien Der Mörder im Schutzanzug: So wird der letzte Wunsch-"Tatort"

Tatort aus Wien
Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche
© ARD Degeto/ORF/E&A Film/Hubert Mican
Die Zuschauer haben entschieden: In diesem Wunsch-"Tatort" bekommen es Moritz Eisner und Bibi Fellner mit einem mordenden Phantom zu tun. Für Aufheiterung sorgen da nur die sarkastischen Sprüche der Ermittlerin.
  • 4 von 5 Punkten
  • ein "Tatort", der Spionage-Thriller sein möchte und auch aktuelle Themen wie die ungleichen Karriere-Chancen von Männern und Frauen anprangert

Worum geht's?

Bei einer Wohnungsbesichtigung bietet sich den Interessenten ein schauriger Anblick: In einem Zimmer hängt eine Leiche, an die Wand genagelt wie Jesus ans Kreuz. Wenig später geschehen zwei weitere Morde. Bibi Fellner und Moritz Eisner versuchen herauszufinden, ob die drei Opfer in einem Zusammenhang stehen. Nicht nur das Motiv des Täters stellt die Ermittler vor eine Herausforderung, sondern auch die Tatsache, dass alle drei Toten unter falschen Namen in Wien gelebt haben.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Regisseur Christopher Schier drehte bereits 2017 mit der Episode "Wehrlos" einen sehenswerten "Tatort" aus Wien. Auch dieses Mal ist ihm ein spannender Mix aus Grusel und Witz gelungen. Der Mörder, der als Phantom im weißen Schutzanzug umgeht, jagt dem Zuschauer nicht nur einmal einen Schauer über den Rücken.

Tatort aus Wien
Dominik Maringer spielt Hauptmann Clemens Steinwendtner
© ARD Degeto/ORF/E&A Film/Hubert Mican

Was nervt?

Wenn ein neuer Kollege kommt, ist der immer gleich ein Konkurrent oder ein Vollidiot. Auch Moritz Eisner und Bibi Fellner sticheln gegen den jungen Hauptmann Clemens Steinwendtner, weil er es mit den Vorschriften zu genau nimmt und lieber vorm Laptop recherchiert als am Tatort. Dabei müssen neue Ansichten nicht automatisch schlecht sein, immerhin trägt Steinwendtner auch etwas zu den Ermittlungen bei. Was ebenfalls nervt sind die brutalen Details des dritten Mordes. So etwas gibt es sonst nur in Schwedenkrimis, und die laufen in der Regel erst nach 22 Uhr.

Die Kommissare?

Die beiden Ermittler sind wie ein altes Ehepaar, das nicht immer mit-, aber irgendwie auch nicht ohneeinander kann. Als sich Fellner als Leiterin für eine neue Abteilung bewerben will, sagt Eisner: "Dann bist du weg, also auch von mir." Bibi findet allerdings, dass bei der Polizei endlich auch mal eine Frau eine Führungsposition bekommen sollte. Sie will den Posten nicht kampflos dem jungen Kollegen Clemens Steinwendtner überlassen. Auch wenn der wohl die besseren Chancen hat, wie sie sarkastisch bemerkt: "Er erfüllt alle Kriterien von einer Polizeikarriere: keine Ahnung, keine Skrupel, keine Titten."

Ein- oder Ausschalten?

Einschalten! Der Fall bleibt bis zum Schluss spannend, auch wenn die Lösung dann etwas ernüchternd ist. Dafür entschädigen die bissigen Kommentare von Majorin Bibi Fellner.

Die "Tatort"-Folge "Die Faust" wurde erstmals am 14. Januar 2018 ausgestrahlt. Sie wird im Rahmen des Wunsch-"Tatorts" am Sonntag, 30. August 2020, um 20.15 Uhr wiederholt.


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