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Presseschau zum Tukur-"Tatort" "Irre gut" oder "die große 'Tatort'-Verarsche"?


Die "Tatort"-Folge "Wer bin ich?" mit Ulrich Tukur spaltet die Presselandschaft: Während einige Kritiker jubeln und Preise fordern, ist das Ganze für andere Redaktionen nur "großer Mist".

Die letzte "Tatort"-Folge des Jahres mit Ulrich Tukur hat die Kritiker gespalten wie lange kein Sonntagskrimi mehr. Der "Bild"-Zeitung hob den Wiesbadener Fall "Wer bin ich?" sogar auf den Titel und schrieb: "Die große 'Tatort'-Verarsche". Der Film sei "totaler Mist" gewesen, "viel zu verkopft". Auch auf "faz.net" hielt sich die Begeisterung in Grenzen: "Das selbstbezügliche Spiel wäre vielleicht ein Vergnügen, wäre es nicht die ARD-Nabelschau, die es notgedrungen ist", heißt es in der Kritik.

Die "taz" jubelte dagegen: "Wer bin ich?" sei eine jener Folgen, die mit Preisen zugeworfen werden müsse. "Denn dass jene 90 Minuten mit Ulrich Tukur quasi für alle verquasten Gähnepisoden der letzten Monate entschädigen, steht außer Frage." Ganz ähnlich sieht es "Spiegel-Online": "Ein 'Tatort', so irre gut, man möchte durchdrehen vor Glück!", schreibt Christian Buß und vergibt die Höchstwertung von zehn Punkten.

Wohlgesonnen ist auch "süddeutsche.de": "Die Folge 'Wer bin ich' von Bastian Günther spielt mit der Kunstform 'Film im Film', und wer schon ein Problem hat, wenn am Anfang gleich der Mörder feststeht, wird schnell abschalten. Alle anderen werden gut unterhalten", schreibt Holger Gertz.

Kein gewöhnlicher Sonntagskrimi, dieser "Tatort"

Tukur-"Tatorte" sind bekannt dafür, dass hier immer etwas Außergewöhnliches passiert. Der vorherige Fall "Im Schmerz geboren" sorgte im Oktober 2014 mit einer ungewöhnlichen Western-Ästhetik für Aufsehen. Nebenbei stellte er mit rund 50 Totan einen Leichenrekord auf. Vor allem Kritiker liebten diesen mit Filmzitaten gespickten Fall: Der "Tatort" gewann im Frühjahr den Grimme-Preis. 

"Wer bin ich?" beschließt als 40. Krimi das "Tatort"-Jahr 2015. Nie zuvor wurden so viele Krimis aus dieser Reihe gezeigt. Und es geht im neuen Jahr munter weiter: Am 1. und 3. Januar eröffnet eine Doppelfolge aus Hamburg mit Til Schweiger und Fahri Yardim das neue Jahr. Schweiger äußerte sich bereits am Sonntagabend auf Facebook zum Tukur-"Tatort": "Der Tatort heute war.... aussergewöhnlich... am 1.1. 2016 geht's wieder ganz normal weiter...!"

che

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