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Thomas Gottschalk privat: Zu Gast bei einem "Hünen"

Sie wollten schon immer wissen, wie Thomas Gottschalk eingerichtet ist? Wie er Gäste bewirtet? Was er privat trägt? Zwei stern-Autoren trafen ihn zum Interview in seiner Berliner Wohnung.

Von Ulrike Posche

Gottschalk mal anders: Für die Titelgeschichte des aktuellen stern ließ der Entertainer sich von Bryan Adams fotografieren.

Gottschalk mal anders: Für die Titelgeschichte des aktuellen stern ließ der Entertainer sich von Bryan Adams fotografieren.

Thomas Gottschalk, das kann man ruhig sagen, ist auch eine Erscheinung, wenn er ungeschminkt ist. Früher hätte man Männer wie ihn "Hünen" genannt.

Der Hüne also steht an einem völlig verregneten Berliner Sonntagnachmittag in der Tür seiner Wohnung, und wie es so ist bei ihm – er redet ohne langes Vorspiel drauf los. Kaum dass man den Mantel am Haken hängen hat, erklärt er einem schon die Welt und seine Wohnung. Ungefähr so:

"Hier, das hat die Thea alles eingerichtet. Ganz ohne Innenarchitekt, ohne Designer, der ihr reinredet. Hätte ja auch keinen Zweck. Der würde sagen, Frau Gottschalk, lila Wände, arsengrün abgesetzt – das geht überhaupt nicht. Aber wie man sieht: Geht natürlich doch! Guckt mal hier, ich hab einen ganzen Bildband, das war unser Schloss am Rhein, weil die Thea auch mal Burgfräulein sein wollte, hab ich das damals gekauft. Na, und weil es ganz nah an Haribo war. Schloss Marienfels, heißt das, das hat jetzt der Typ gekauft, dem 'Solarworld' gehört. Und hier, auch schön, da hatte ich mal die komplette Kulisse einer Sendung übernommen und im Schloss eingebaut... und hier, die Sofas – alles noch aus Schlosszeiten. Wir haben das Zeug ja aus der ganzen Welt zusammengesammelt. Und manchmal, wenn ich was dekorieren will, dann sagt die Thea: Das musst Du so und so machen, sonst kannst Du's gleich lassen. Wollt Ihr was trinken? Zu Essen hab ich nix Richtiges, ich faste gerade und trink nur meine Säfte. Setzt Euch doch!"

Wir fallen dann gemeinsam in purpurne Couches und tigerfellige Sessel. Gottschalk erzählt, schweift ab, holt aus, spielt vor, sucht Bilder im iPhone, zeigt seine Muckis, parodiert Kollegen und reagiert blitzschnell auf Fragen. Was er in zwei Stunden auf ein Tonband spricht, das schaffen andere in fünf - wenn sie sich anstrengen. Das Adjektiv "lebhaft" umschreibt sein Naturell nur höchst unzureichend. Er ist ein Fleisch gewordener Wasserfall, ein Tsunami in Menschengestalt, ein Naturereignis in jedem Falle. Und was das Schönste ist: Er langweilt nicht eine Sekunde. Sich nicht. Und seine Zuhörer schon gar nicht.

Thomas Gottschalk trägt an diesem Nachmittag eine irgendwie schwarze Hose mit ausgefransten Nähten, ein irgendwie schwarzes T-Shirt (sicher teuer!) mit undefinierbarem Aufdruck, Trompetenärmeln und U-Boot-Ausschnitt. Er ist garniert mit schwerem Silber- oder Eisen-Schmuck um den ihn jeder Damaszener-Schmied beneiden würde und Sneaker, deren Marke wirklich nur sehr eingeweihte Moderedakteure auf Anhieb erkennen würden. Gottschalks gesamte Anmutung ist alles andere als die eines beinahe 65-jährigen Großvaters (der er schließlich auch ist: Sein Enkel ist fünf Jahre alt).

Es ist Sonntag, kurz vor der Kaffee- und Kuchen-Zeit.

Gottschalks Anmutung ist das Versprechen, dass man durchaus "forever young" bleiben kann.

Man muss es nur wollen!

Das Interview mit Thomas Gottschalk...

… lesen Sie im aktuellen stern, der seit Mittwochabend als E-mag und seit Donnerstag am Kiosk erhältlich ist.

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