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TV-Kritik "Günter Jauch": Chillen im Knast

Diesmal gab der Kölner "Tatort" das Thema vor: Jugendgewalt. Fragen gibt es viele. Wie konnte es soweit kommen? Wird im Knast nur gechillt? Doch die Antworten darauf lieferte der Talk kaum.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Wer eigentlich kann das Verhalten von Tatort"-Kommissar Max Ballauf nachvollziehen? Hat er denn überhaupt richtig ermittelt? Auch darauf wird – ernsthaft - die Rede kommen. Das mag schon nicht mehr erstaunen in Zeiten, da Veronica Ferres in Talkshows eingeladen wird, um über das Leben in der DDR zu berichten, obwohl sie gar nicht in der DDR gelebt hat. Befähigt dazu hat sie einzig ihre Rolle als DDR-Bürgerin in dem TV-Film "Die Frau vom Checkpoint Charlie". Realität und Fiktion, einfach rein in denselben Topf. Mag sich auch Günther Jauch gedacht haben und jubelte seinen Gästen am Sonntagabend eben mal eine "Tatort"-Analyse unter.# Da sprach dann die tatsächliche Jugendrichterin Corinna Sassenroth über die vermeintlichen "Kollegen" und bewertet deren TV-Urteil. Man hatte dafür auch einen Namen: "Talk zum Tatort“. Dort wie da wurde dasselbe Thema behandelt: "Mein Kind ist ein Schläger – Ohnmächtig gegen Jugendgewalt?" Die Jauch-Redaktion gibt auf der Homepage noch den Hinweis: Der TV-Krimi erzählt keine wahre Geschichte. Reden lässt sich freilich trotzdem darüber. Kein Geheimnis: Die Realität kennt verdammt ähnliche Beispiele.

Die berühmte Frage: Wie konnte es nur so weit kommen? Auch sie wurde gestellt. Erklärungsmodelle lieferte der Kinder- und Jugendpsychiater Volker Schmidt. Sowohl Anlage wie auch Umwelt würden eine Rolle spielen. In vielen jugendlichen "Gewaltkarrieren" gäbe es ähnliche Muster: Gewalt in der Familie, Scheidung der Eltern, erzieherische Verwahrlosung, falscher Freundeskreis, Drogenkonsum. "Wir müssen aufpassen, nicht nur den Eltern die Sündenbockrolle zuzuschieben", warnte Schmidt, verwies aber auch darauf, dass eine Erziehung, die mit Angst und Drohungen arbeitet ebenso wie eine Erziehung, in der keine Grenzen gesetzt werden, nicht selten ein Abrutschen in die Kriminalität begünstigt. Seine Idealvorstellung formulierte Schmidt so: "Das Kind zu lieben, bedeutet zu erkennen was es braucht, und ihm dies zu geben."

Resozialisierung findet im Gefängnis nicht statt

Im Studio saßen Undine und Dennis Schulz, Mutter und Sohn. Mit 13 Jahren bekam Dennis erstmals Ärger mit der Polizei, im Laufe der Jahre wurde er mehrfach straffällig und kam wegen eines Raubüberfalls in Haft. "Wie wurden Sie, wie Sie waren?", fragte Jauch. Dazu Dennis: "Ich habe in mir eine Aggressivität gespürt und wusste nicht wohin damit." Über die Straftaten habe er seine Energie endlich rauslassen können. Die Mutter sagte, sie wisse nicht, wann und warum ihr der Sohn entglitten sei. Nun aber ist Dennis wieder zurück im Leben. "Ich habe mich im Großen und Ganzen selber rauslanciert", erzählte er. Von wegen Resozialisierung im Gefängnis: "Die findet dort nicht statt." Das bestätigte Martin Haas, auch er ein ehemaliger jugendlicher Straftäter: "Resozialisierung ist im Gefängnis so gut wie nicht möglich." Der Grund unter anderem: Überfüllung. Auch er schwor auf Do-It-Yourself: "Ich bin zu einer Selbsteinsicht gekommen." Auch habe er seiner Lebenspartnerin zu verdanken, dass er den Absprung geschafft habe.

Volker Schmidt stellte sich ebenfalls auf die Seite derer, die Gefängnisstrafen für Jugendliche ablehnen. "Es hat keinen Sinn, eine Bombe in einen Schrank zu sperren, man muss sie auch entschärfen", meinte er. Von der Schweiz könne man lernen, wie es besser gehe. Dort würden die jugendlichen Straftäter in Jugendheimen untergebracht: "Es gibt Erzieher, dort kümmert man sich und arbeitet mit den Jugendlichen, da geschieht wirklich etwas." Gefängniszeit hierzulande hingegen würde, so habe er es oft von Jugendlichen gehört, als "chillig" eingestuft: TV, Zelle, in Ruhe gelassen werden. "Chillig"? Richterin Sassenroth gab sich höchst verwundert: "Es wird alles versucht, dass man da nicht noch mal rein muss."

Faszination am Bösen

Und doch: Wo die einen Superstar werden wollen, wollen andere mit gefilmten Gewaltexzessen zweifelhafte Berühmtheit erlangen. Entsprechende Handyvideos werden ins Netz gestellt. Was überhaupt fasziniert an Gewalt? "Es ist die Faszination am Bösen, Verbotenen", so Schmidt. Auch gehe es um Machtausübung. Und: "Jugendliche sehnen sich nach Action, nach Adrenalin."

Auffällig: Einige jugendliche Gewalttäter haben immer weniger Hemmungen, bis zum Äußersten zu gehen. Der Fußtritt gegen den Kopf, früher noch selten, sei laut Addick Dase inzwischen "beinahe üblich". Warum, dafür habe er keine Erklärung. Spätestens an dieser Stelle hätte man gerne Max Ballauf im Studio gehabt. Ist der doch quasi ein Kollege von Addick Dase, seines Zeichens Hauptkommissar in Bremen. Nur steht man dann wieder vor dieser Situation: Der eine ist echt, der andere nicht. Aber vielleicht hätte ja ausgerechnet Ballauf, der im richtigen Leben übrigens Klaus J. Behrendt heißt, die Antworten zur Hand gehabt, die keiner geben konnte. Und sonst: Einfach Veronica Ferres fragen.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Sylvie-Sophie Schindler