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TV-Tipps 26.4.: "Zack and Miri make a Porno": Wenn es funkt beim Pornodreh

Full Frontal Friendship: Zack und Miri sind beste Freunde, aber leider chronisch klamm. Ein Sexfilm soll das ändern. Unser TV-Tipp des Tages.

"Zack and Miri make a Porno"
23.20 Uhr, Einsplus
KOMÖDIE Es ist schon eine Krux mit der Freundschaft zwischen Männlein und Weiblein: Ein Computer zu viel repariert, einen Gefallen zu viel getan und schon steckt man mittendrin in der "Friendzone", diesem mythischen Ort, in dem die Chance auf Sex so gering ist, dass man sie schon in negativen Zahlen ausdrücken müsste. Und wer schon einmal darin gefangen war, weiß: Aus dem Gravitationsfeld eines Schwarzen Loches zu entkommen ist einfacher.

Zack (Seth Rogen) und Miri (Elizabeth Banks) stecken so tief drin in der "Friendzone", dass sie nicht einmal mehr die Klotür abschließen, wenn der andere groß muss. Seit der Grundschule sind die beiden BFFs, selbst die Wirren der Pubertät hat ihre Freundschaft überstanden. Dementsprechend abwegig erscheint beiden die Idee, etwas miteinander anzufangen. Nicht, wenn man jedes Härchen auf dem Hinterteil des anderen kennt.

*** Vorsicht, leichte Spoiler ***

Und dann haben Zack und Miri doch noch Sex. Weil die Kohle für die gemeinsame Miete fehlt und ein selbst gedrehter Pornofilm ("Star Whores") Geld in die klammen Kassen spülen soll. Genau bis zu diesem Moment ist der Streifen aus der Schmiede des "Clerks"-Veteranen Kevin Smith großartig geraten. Frech, frivol, derb - und voll von Kalauern und schlüpfrigen Wortwitzen, die jedem ach-so-anspruchsvollen Kritiker die Sorgenfalten auf die Stirn treiben, dem Zuschauer aber Lachtränen in die Augen schießen lassen. Wenn er denn auf Humor im Stile von "Austin Powers" steht. (Ich sage nur: "Laser!")

Dumm nur, dass Smith danach erbarmungslos mit der Romantikkeule auf seine Zuschauer eindrischt und den erfrischend lockeren Umgang mit dem Porno-Thema unnötig verwässert. Was bleibt, ist ein romantischer Hoffnungsschimmer für alle Zuschauer, die gerade selbst tief drin in der Friendzone stecken: Am Ende siegt sie doch, die Liebe. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Ich muss kurz ums Eck. Schmetterlinge kotzen.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"The American"
23.40 Uhr, ARD
THRILLERDRAMA Die Story vom Killer und seinem letzten Auftrag. Tausendmal erzählt. Wir wissen längst, dass man dem eigenen Auftraggeber nicht trauen kann. Und dass die Liebe der Anfang vom Ende ist. Trotzdem ist "The American" ein Genuss. Vor allem, weil Regisseur Anton Corbijn die europäische Version erzählt. Sie spielt auf leer gefegten Plätzen wie in einem Film von Antonioni und in abruzzischen Bergdörfern, deren Gassengewirr wie die Studiobauten eines "Dr. Caligari" anmuten. Und George Clooney knallt nicht rum, sondern zieht sich die Schuhe aus, um lautlos auf Socken zu verschwinden. Angeblich hat der Mann irische Vorfahren. Kann nicht sein. Es waren garantiert Italiener. (bis 1.20)

"Somewhere - Verloren in Hollywood"
22.20 Uhr, RBB

DRAMA Der ausgebrannte Hollywood-Star Johnny (Stephen Dorff) überdenkt für seine Tochter (Elle Fanning) sein Leben. - Preisgekrönte Einsamkeitsstudie von Sofia Coppola. (bis 23.50)

"O Brother, Where Art Thou?"
20.15 Uhr, Servus TV

KOMÖDIE Mississippi anno 1937. Der pomadige Kettensträfling McGill (George Clooney) bricht mit zwei Kumpels aus: angeblich, um einen Schatz zu heben - tatsächlich, um seine Ex zurückzuerobern. Die Odyssee nach den Coen-Brüdern - allein der Soundtrack ist es wert. (bis 22.20)