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Olympische Spiele: Warum die ARD-Zuschauer die Eislauf-Sensation verpasst haben

Das hat viele Zuschauer geärgert: Die Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot holten den ersten deutschen Paarlauf-Olympiasieg seit 1952 - doch die ARD zeigte eine Eishockey-Aufzeichnung. Dafür gibt es Gründe.

Aljona Savchenko und Bruno Massot holen Gold

Mit einer sensationellen Kür holen Aljona Savchenko und Bruno Massot doch noch Gold. In der ARD war dies jedoch zunächst nicht zu sehen.

AFP

Dafür hatten viele Zuschauer kein Verständnis: Wer in den frühen Morgenstunden vor dem Fernseher saß, um in der ARD die Olympischen Spiele zu verfolgen, verpasste das Beste: Die für Deutschland startenden Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot gewannen sensationell die Goldmedaille im Paarlauf-Wettbewerb. Und das, obwohl sie nach dem verpatzten Kurzprogramm abgeschlagen auf dem vierten Platz lagen.

Dass Deutschland das erste Paarlauf-Gold seit 1952 holte, erfuhren die ARD-Zuschauer zunächst nicht. Im Ersten lief die Wiederholung eines Eishockey-Vorrundenspiels, später gab's den zweiten Lauf im Riesenslalom der Damen. 

Viele Zuschauer reagierten darauf mit Unverständnis - und ließen in sozialen Netzwerken ihrem Unmut freien Lauf. "Die @sportschau kriegt's grad nicht auf die Reihe", klagte ein User. Ein anderer schrieb: "Liebe @sportschau, wir haben gerade ein historisches Gold verpasst! Es gab keinen Stream dazu, wenn ich das richtig sah?"

Die ARD hält nicht alle Rechte

Dass die ARD seinen Zuschauern dieses Highlight zunächst vorenthielt, ist jedoch kein Versäumnis des Senders und auch kein Versagen. Der Grund ist: Die ARD hat nicht die vollen Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele. Die liegen bei dem US-Konzern Discovery, der sich für 1,3 Milliarden Euro die europäischen Medien-Rechte bis 2024 gesichert hat.

ARD und ZDF verhandelten mit Discovery über die Rechte für den deutschen Markt - und erzielten im vergangenen Jahr immerhin eine Teillösung. Die sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender eingeschränkt über Olympia berichten dürfen. Das volle Programm gibt es in Deutschland beim Sportkanal Eurosport, der zum Discovery-Konzern gehört.

Auf Anfrage des stern sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: "Als Sublizenznehmer von Discovery ist es uns aus vertraglichen Gründen leider nicht möglich, die Eiskunstlauf-Wettbewerbe live zu übertragen." 

Ärgerlich für die ARD und die Zuschauer: Während die Entscheidung gegen viertel vor 5 gefallen war, dauerte es noch bis nach der "Tagesschau" um 7 Uhr, ehe ein ausführlicher Bericht zum Eiskunstlauf gesendet wurde. Immerhin: Die Siegerkür ist inzwischen in der Mediathek abrufbar.

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