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Weltweiter "Day of the Doctor": Invasion der Whovianer

Mit einem besonderen Event feiern Fans das 50. Jubiläum der britischen Kultserie "Doctor Who". Warum die Fangemeinde nach so vielen Jahren immer noch wächst, hat stern.de aus erster Hand erfahren.

Von Dominik Brück

Für Fans ist es das Ereignis des Jahres: "Doctor Who", die am längsten laufende Science-Fiction-Serie der Welt, feiert 50-jähriges Jubiläum. 800 Folgen in 33 Staffeln sind seit 1963 veröffentlicht worden. Die Handlung ist simpel: Der Doktor, dessen richtigen Namen niemand kennt, reist mit seiner Zeitmaschine TARDIS durch die Geschichte. Dabei erlebt er mit zahlreichen Begleitern ein Abenteuer nach dem anderen und kämpft gegen irdische und außerirdische Widersacher.

Die besondere Eigenschaft des Doktors, nach seinem Tod mit verändertem Aussehen und leicht verändertem Charakter wiedergeboren zu werden, ist dabei die Grundlage für den jahrzehntelangen Erfolg der Serie. Aktuell reist bereits der elfte Doktor, gespielt von Matt Smith, durch Raum und Zeit. Was einfach klingt, hat sich jedoch mit den Jahren zu einer komplexen Geschichte mit unzähligen Handlungssträngen und Charakteren entwickelt.

Weltweite Events für Fans

Zum runden Geburtstag der britischen Produktion haben sich die Macher etwas ganz besonderes ausgedacht: Die Jubiläumsfolge "The Day of the Doctor" wurde in 75 Ländern gleichzeitig übertragen - teilweise auf der großen Leinwand und in 3D. Ein Hamburger Cinemaxx-Kino lud dafür zu einem besonderen "Doctor Who"-Event ein. Gleich in drei Kinosälen wurde die Folge zum 50. Jubiläum gezeigt - jeder einzelne bis auf den letzten Platz mit Whovianern, wie sich eingefleischte Fans nennen, besetzt. Selbstverständlich durften die passenden Kostüme nicht fehlen.

Unzählige "Doctor Whos" - stilecht mit Fliege und Hosenträgern bekleidet und den "Screwdriver", das universelle Wunderwerkzeug des Doktors, in die Brusttasche gesteckt - tummeln sich vor Beginn der Vorstellung im Foyer des Kinos. Dass sie von anderen Kinobesuchern neugierig betrachtet werden stört die Whovianer nicht. Im Gegenteil: "Jeder kann sofort sehen, dass 'Doctor Who' die beste Fangemeinde der Welt hat", sagt eine Frau, die sich als die berühmte TARDIS verkleidet hat.

Ein gutaussehender Hauptdarsteller und große Gefühle

Doch warum wird man ein Whovianer? Die Antworten auf diese Frage fallen bei den Fans in Hamburg ganz unterschiedlich aus: "Matt Smith ist einfach heiß", meint eine junge Frau und lacht. Ihre Freundin und Mit-Whovianerin pflichtet ihr bei, sieht aber noch mehr in den Geschichten des Doktors und seiner Begleiter: "Es ist mehr als nur eine Serie. Es ist ein ganzes Universum, das noch vor 'Star Trek' und 'Star Wars' Maßstäbe für Science-Fiction-Formate gesetzt hat", sagt sie und zupft ihre Fliege zurecht.

Es sei einfach eine großartige Leistung eine Serie so lange am Leben zu erhalten, ohne an Qualität zu verlieren. Andere Fans schätzen die anspruchsvollen Geschichten und den Humor der Sendung: "Ich habe noch nie bei einer Serie so viel Lach- und Gehirnmuskelkater gleichzeitig gehabt", erklärt ein Whovianer. Aber auch die ganz großen Gefühle scheint der Doktor bei den Fans anzusprechen: "Ich habe bisher bei keiner anderen Science-Fiction-Show heulen müssen", gibt eine Frau zu. In einem Punkt sind sich alle Fans einig: Die Serie geht immer weiter und das ist einfach großartig.

Ein Doktor ist nicht genug

Alles, was die Whovianer an "Doctor Who" lieben, bekommen sie in der Jubiläumsfolge geboten. Es geht um einen entscheidenden Moment in der Lebensgeschichte des Doktors und den Kampf gegen einen alten Feind, der seit den 1970ern nicht mehr in der Sendung aufgetaucht ist - außerirdische Gestaltendwandler namens Zygons. Gegen diese Bedrohung kann der elfte Doktor alleine nicht bestehen.

Glücklicherweise kommen ihm aus der Vergangenheit der zehnte Doktor, gespielt von David Tennant, und der sogenannte "War Doctor", gespielt von John Hurt, zu Hilfe. Schließlich sind für einen kurzen Moment alle elf Doktoren auf der Leinwand vereint - ein besonderer Moment für jeden Whovianer. Echten Fans entgehen auch die zahlreichen Anspielungen auf Personen oder Ereignisse aus der "Doctor Who"-Historie nicht. Während des Abspanns erntet die Folge tosenden Beifall.

Auf in die nächsten 50 Jahre

Wer bisher noch kein Fan von "Doctor Who" ist, kann trotz der vielen Folgen problemlos zum Whovianer werden. Ab dem kommenden Jahr wird mit Peter Capaldi ein neuer Doktor zu sehen sein. Bis dahin sollte man die sieben Staffeln der 2005 gestarteten Neufassung der Serie problemlos anschauen können, meinen die Whovianer in Hamburg. Erst danach solle man sich an die älteren Episoden wagen.

Alle Folgen der Serie haben auch wahre "Doctor Who"-Fans noch nicht gesehen: "Das haben wir aber vor", sagt die junge Whovianerin mit Fliege. Dass der Doktor weiter auf Sendung bleiben wird, erfahren die Fans in Hamburg aus erster Hand. Im Vorspann der Jubiläumsfolge hält der Doktor persönlich eine kurze Willkommensrede: "Ich freue mich Sie alle zum 100. Jubiläum mit einer Folge in 12D begrüßen zu dürften", sagt der Doktor - Zeitreisen können eben manchmal sehr verwirrend sein.

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