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ZDF-Klassiker Sascha Hehn übernimmt "Traumschiff"-Kommando


Nach 24 Jahren geht "Traumschiff"-Kapitän Siegfried Rauch in den Ruhestand. Ihm folgt kein Unbekannter: Sascha Hehn verdrehte in den Achtzigern schon als Steward den Damen den Kopf.

Wenn sich die MS Deutschland durch die Wellen schiebt, massiv und so, als könne sie jedem Sturm trotzen, dann ist das auch ein Sinnbild für die Reihe, die dieses Kreuzfahrtschiff bundesweit berühmt gemacht hat: Das "Traumschiff". "Das Publikum weiß seit 32 Jahren: Es geht immer alles gut aus, es gibt ein Happy End, es wird ein tolles Land gezeigt", sagt der Produzent der ZDF-Serie, Wolfgang Rademann, 78. "Es gibt immer eine dramatische Geschichte, eine heitere Geschichte und eine Love Story."

Daran soll sich auch dann nichts ändern, wenn zum Jahresende eine Epoche auf dem "Traumschiff" zu Ende geht. Nach 14 Jahren gibt Kapitän Jakob Paulsen, gespielt vom 81-jährigen Siegfried Rauch, das Ruder aus der Hand - und übergibt es an einen ehemaligen Steward. 30 Jahre nachdem Sascha Hehn als Steward Victor zum ersten Mal an Deck stand, kehrt der 59-Jährige auf das Schiff zurück - befördert zum Kapitän.

Die letzte Reise für Kapitän Rauch führt ihn am Zweiten Weihnachtstag im ZDF nach Malaysia. An Bord ist ein Kronzeuge in einem Mafia-Prozess (Christoph M. Ohrt), der in Kuala Lumpur ein neues Leben unter falschem Namen beginnen soll und von einer schönen BKA-Beamtin (Esther Schweins) begleitet wird. Dramatische Geschichte und Love Story in einem!

Rauchs heimlicher Abgang

Die dramatischste Geschichte aber ist - nicht nur für Langzeit-Chefstewardess Beatrice (Heide Keller) - der Abschied von Kapitän Paulsen. Der hat sein altes Geburtshaus gekauft, möchte sich komplett der Renovierung widmen - und geht darum von der Kommandobrücke. Lange hält er seine Pläne vor seiner Crew geheim, heißt es in der Ankündigung des ZDF. Und als der Moment der Aussprache gekommen ist, sind alle perplex.

Doch Rettung naht schon fünf Tage später in Form eines alten Bekannten: Ex-Steward Victor, der in den 1980er Jahren den Frauen reihenweise den Kopf verdrehte, hat seine "Traumschiff"-Abstinenz gut genutzt, ist Kapitän geworden und übernimmt in der Neujahrs-Folge zum ersten Mal das Steuer, wenn der Kreuzfahrt-Dampfer Kurs auf Australien nimmt. Nach jahrzehntelanger "Traumschiff"-Abstinenz kehrt Sascha Hehn zurück und wird nach Rauch, Heinz Weiß und Günter König der vierte Kapitän auf dem ZDF-Schiff.

Sonst bleibt alles wie gehabt

"Es ist einfach ein neuer Mann. Es verändert sich sonst nüscht. Vom Inhalt her nicht, von der Form her nicht, das Traumschiff bleibt das Traumschiff - so wie es seit 32 Jahren ist", sagt Produzent und "Traumschiff"-Erfinder Rademann. "Ich darf zum Beispiel keinen Toten bringen. Das hab ich einmal versucht und da haben sie mich gleich schwer beschimpft.

Eine natürliche Autorität strahle Hehn aus, meint Rademann - und im Gegensatz zu seinen Vorgängern biete er Raum für Geschichten ganz anderer Art: "In den kommenden Folgen und kommenden Jahren kann man auch daran denken, ihn auch ein bisschen als Womanizer ins Spiel zu bringen." Aber nicht zuviel, mahnt Hehn: "Es darf nur nicht in die Richtung gehen, dass der Kapitän gegen einen Felsen fährt, weil er abgelenkt ist."

Und etwas anderes gehe auch gar nicht, meint Rademann: eine Frau auf der Kommandobrücke. "Das muss schon ein richtiger Kerl sein, der bei den Frauen ankommt."

sas/DPA DPA

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